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Alles hat ein Ende

Hömma, alzich die Tage auffem Stadion gegangen bin, da kaam abba die Erinnerungen hoch wie nie zuvor. Weilse im Stadion Handball gespielt hamm. Nich inne Halle, nee auffem Rasen, wohse normalerweise nur Fußball spielen. Ja, so ändern sich die Zeiten. Früher waah datt üblich, dattse morgens auffem heiligen Rasen Handball gespielt hamm und nachmittags dann Fußball. Weil der Rasen früher auch ganz anders strappazierfähig waah.
Also, ich komm‘ im Sportpark Nord umme Ecke und seh‘ die alten Zeiten auf mich zukommen. Feldhandball wie inne Sechziger, alz Deutschland Abonnemang-Serien-Sieger in diese Sportart waah. Bis 1966, alz die Ausländer alle sachten „Schluss“, weilse keine Schanze mehr gegen uns Deutsche hatten. Alles hat ein Ende, nur weil die Deutschen  immer so gut waahn.

Feldhandball

Und genau datt Wort vonnem Ende hattense am Samstag auch auffe Lippen, alz Burghard Halbig seine zehnte Auflage von so ein Turnier beendete und damit gut. Eigentzlich schade, mussich sagen. Kuckma, erssma waah die Initiative von den Burghard Halbig doch allen Ehrens wert. Und dann hammse am Wochenende eine Sportart zu Grabe getragen, die ja wirklich noch eine echte Sportart waah. Laufen, springen, werfen auf den grünen Rasen. Nun, wie manns nimmt. Der Organisator hat gesacht „Schluss“ und damit ratzfatz iss auch Schluss.
Dattse am Samstag datt Ende noch richtig begossen hamm, datt kannze dir wohl vorstellen.
Danke, Burghard Halbig, hasse gut gemacht!

Tach auch

Juppa Unterschrift_klein

 

Kannze dir vorstellen, datt man seine flüssige und seine feste Nahrung auffem Kopp zu sich nehmen kann? Also ein Pilzken auffem Kopp und eine Körriwurst auffem Kopp? Also, die Frage happich die Tage mit mein Juppa in ein Sitzkreis diskutiert. Warum wir sonne komplizierte Themas diskutieren? Weil mein Juppa die Tage bei ein Besuch bei ihm sein Nachbar Tönne ein Eichhörnchen gesehen hat, wie datt Tier auffem Kopp anne Säule hingt und watt gefressen hat. Nun iss die gantze Nachbarschaft innen Aufruhr.
Mein Juppa meint nämlich, datta dann inne Zukunft doppelt so viel trinken und doppelt so viel essen kann. Also einmal normal im Sitzen und dann einmal auffem Kopp. Datt ergibt für ihn die doppelte Nahrungsaufnahme.

 Eichhörnchen

Hömma, jedesmal wenn bei uns inne Nachbarschaft einer sein Kopp ausse Türe steckt, iss mein Juppa wieder am palawern. Dabei geht’s ihm gaanich so sehr um datt essen. Es geht ihm ohne Bezweifelung um datt trinken. Die doppelte Menge an Körnkes, die doppelte Menge an Pilzkes. Datt würde inne letzte Konsequenz bedeuten, datt wir ein Korn-und Biergroßhandel aufmachen müssen und Juppa mit ihm sein Magen in eine Ausdehnung kommt, wo eine Kuh kaum noch Konkurrenz sein kann. Ich weiß nich, abba Juppa verrennt sich da in eine Thematik, mit der er die gantze Nachbarschaft auf Trapp hält, meint

Hömma, ich erinnere mich noch wie heute, wenn ich mit meine Frieda aussem Haus bin. Und unsa Omma Erna hinter uns her rief „Happta auch nix vergessen?“ „Nein, Omma“, hammwe zurückgerufen. „Alles paletti!“ Und kaum waahnwe ausse Tür, laach Omma Erna im Fenster. „Happta auch die Schlüssel dabei?“ Boh ey, datt ging abba voll anne Nervens. Bis Wanne-Eickel hattenwe uns so einigermaßen innen Griff mitte Aufregung.
Kuckma und stell dir so vor, wennse bei Fußball den Platzwart immer fragen tuhn. „Hasse auch Kreide inne Karre?“ oder „Hasse den Ball auch richtig aufgepumpt?“ Samma, dann krisse einen anne Birne bei sonne Fragerei. Nun iss datt ja beim Fußball einfach. Ball aufpumpen, Netze aufhängen und Striche auffem Platz. Und dann Ambach.

Stendal 2016 VIII

Abba beide leichten Athleten iss datt schon watt anderes. Da musse an viel mehr denken. Ich happ datt die Tage mal gesehen. Da hammse sogar noch anne Verpflegung vonne Athleten gedacht. Getz nich sonne Verpflegung wie für mein Kumpel Tönne, also Frikadellen und Pommes inne Schale mit Majo und Ketschupp.
Nee, die leichten Athleten hamm da sonne Schonkost. Bananens, Äppels, Melonens. Alles leichte Kost fürde leichten Athleten. Und datt Zeuch ging weck wie der frisch gebrannte Holunder bei Onkel Bennatt.
So kricht ehm jeder datt, watta braucht.
Tach auch
Juppa Unterschrift_klein

Hömma, da kaam die Tage mein Kumpel Tönne aussem staunen nich raus. Du muss wissen, datt mein Tönne öfter mal auf Trapp iss. So quer inne Gegend mit sein Fahrrätsken; abba auchma mit sein alten Schinken, sonn Ford M 17, diese alte Badewanne. Und bei diese Gelegenheit mit sein Ford issa dann inne alte Hansestadt Stendal gefahren und hat sich sonn Sportfest reingezogen. Bei der Betrachtung vonne Veranstaltung hatta seine Augen immer wieder gerieben, bissa vonne Tribüne aufgestanden iss und hat den Fotografen einfach auffe Schulter gekloppt. „Hömma“, hatta gesacht. „Watt läufsse du denn hier mit rot weiß rum?“. Also rot weiß als Farbe vonne Stadt und Rot Weiß als Verein. Dazu mit eine Reklame vonne Apotheke.

Stendal 2016 XVI

„Ich dachte, datt wird nur in Ahlen getragen“, so meine Tönne weiter. „oder kommse vielleicht sogar aus Ahlen?“ Hatta ihn gefagt, den Mann mitte Kamera; denn wenn Tönne eine Sache auffen Grund geht, dann lässt auch nich locker. Jau, der junge Mann hatte watt mit Ahlen am Hut. Hat seine Lehrlingszeit in Ahlen beide Zeitung gemacht und irgentzwie iss ihm dann Rot Weiß Ahlen als Fußballverein am Herz gewachsen. Ende vom Lied: wenn der junge Mann auffem Sportplatz geht, dann zieht sich immer datt Trikot von Rot Weiß an, bissa dann mal an mein Tönne gerät. Nächstes Wochenende fährt mein Tönne inne Eifel für am kucken. Oppa da auch wieder ein aus Ahlen trifft?

Tach auch

Juppa Unterschrift_klein

Hömma, datt iss schon watt gantz besonderes, wenne als Person bei uns inne Zeitung stehs; also wenn die Zeitung über dich watt schreibt, watte gerade so machs, oder wohde gerade mal gewesen biss. Klar, die Zeitungen in Ahlen schreiben auch nich gerade über jeden, weilse dann ja alle berücksichtigen müssen. Und datt wird dann mal irgentzwie zuviel.
Es gibt nun viele Läutkes in Ahlen, die stehen schomma öfters inne Zeitung, weisse die vonne Polletik. Weil die ja auch mehr zu sagen hamm als wie die normalen Bürgers. Und wenn dann sogar ein Foto von dir inne Zeitung steht, dann bisse watt gantz besonderes.

Berger mit Zeitung

Getz hammse im Heimatmuseum drei Büchers vonne ‚Ahlener Volkszeitung‘ ausgelegt. Alles nur Sportseiten von ein einziges Jahr. Ja, datt happich mir auch reingezogen und beim Buch von 1986 stockte mir doch glatt der Atem. Warum? Weil da ein Handballspieler zu sehen waah in seine jungen Jahre: Alexander Berger vonne HSG bei ein Torwurf. Alexander Berger? Jau, genau datt waahra, oder besser gesacht: datt issa. Am 5. Dezember 1986 hammse inne ‚AV‘ ein Bild gedruckt von unsern neuen Bürgermeister als Handfballer vor 30 Jahre.
Ich kann mir so richtig vorstellen, datt die Macher vonne Ausstellung am nächsten Sonntag, wennse wieder datt Heimatmuseum offen machen, genau diese Seite von 1986 sofort aufgeschlagen hamm und die Bürgers von Ahlen dann auch alle sagen tun „Jau, datt issa, unsern Bürgermeister!“ Er selbs hattat auch gesehen. Kuckma auffem Foto, wer da inne ‘AV’ am blättern iss.

Tach auch und Danke an Ralf Day für ihm sein Foto

Juppa Unterschrift_klein

Hömma, da bedrängt mich meine Frieda schon seit Tagen. Ich soll endlich meine Hosenträger auffem Müll werfen, weilse nich mehr aktuell sind. Meine Hosenträger hamm ein echten Museumswert und ich kann mich davon einfach nich trennen. Ich soll ein Gürtel kaufen, meintse. „Juppa“, sachtse immer, „mit ein Gürtel siehst du automatisch moderner und jünger aus“. Abba bei ein Gürtel denkich immer an ein Gürtel vonne Boxers. Weisse, diesen Öschi, dense nach ein Kampf bekommen, wennse ein Gegner K.O. gekloppt hamm. Hömma, wennich dann auffe Waage stehe, bekommt der Zeiger doch nen Kollaps und fängt am durchdrehen.

Archiv 2016 Boxen

Nun happich mich mit meine Frieda auf ein Kompromiss eingelassen. Ich geh mit mein Frau nächste Woche im Heimatmuseum und kuck mir die Ausstellung vonne Sportlers an. Ich happ da nämlich sowatt klingeln gehört, dattse von den Norbert Nieroba ein Gürtel ausgestellt hamm. Und dann kannich den Gürtel mal um meine Hüften schwingen, datt Gewicht im Augenschein nehm und dann inne Gegenwart von meine Frieda ein Gutachten einholen, wie so ein Gürtel mir steht. „Gürtel oder Strapse“, datt iss dann die Frage nach mein Besuch inne Ausstellung.
Ich bin da mal richtig inne Spannung bei diese Gürtelfrage.
Tach auch
Juppa Unterschrift_klein

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