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Freier Eintritt nich mehr?

Hömma, mitte Polletick vonne Rotweiße kommich zurzeit nich so ganz klar. Kuckma, da hattense die Tage noch bei uns inne Zeitung geschrieben, datt für ein Spiel, alle freien Eintritt kriegen sollten.
Schade, datt Spiel fiel aus vonwegen mitte Unspielbarkeit vonnem Rasen. Eis, Frost, Schnee, Schlinderbahn und alle diese Spirenzkes. Und schwupps waah datt Spiel aussem Kalender.
Dabei waah alles an diesen Tach so einfach.
Da hatte ein junger Mann so einen Kühlerhaubentest mit sein Auto gemacht und waah Sieger. Denn die Mauer hatte nachgegeben und er hatte alles zum Einsturz gebracht. Und damit waah ein neuer Eingang geschaffen. So nachem Motto: Auch hier kannze reinkommen. Für auf lau.

Abba, datt iss nun Vergangenheit. Spiel ausgefallen und die Mauer fangense getz wieder am aufbauen. Stein auf Stein. Ich happ mir datt mal so ausse Nähe angesehen. Also die Mauerei. Genauso wie wir datt früher auch gemacht hamm. Speisvogel auffem Puckel, Kelle inne Hand und dann inne Hände gespuckt.
Alzich die Tage da am kucken waah, da stand die Mauer schon wieder halbwegs und für datt nächste Heimspiel gipts wohl kein freien Eintritt. Oder doch?
Schaun mer mal, würde Kaiser Franz, der Unbefleckte, sagen.

Tach auch

 

Knobeln im Hallenbad

Hömma, da kaam ich die Tage aussem stauen nich raus. Ich waah mit mein Kumpel Tönne auffe Wanderschaft inne Anlagen vonne Stadt. Also auch am Hallenbad und im Berliner Park, wohse gerade feste am reissen sind. Bäume wech, neue Beete, geteerte Wege und frisches Wasser inne Teiche.
Plötzlich bleibt mein Tönne stehen und reibt sich die Augen „Hömma, Juppa“, rufta voller Erstaunen. „Gipts hier bald ein Kasino für am Glück spielen?“
Jau, und da happich ich datt auch gesehen. Ein Würfel am Hallenbad. Ein ganz bunten.

 

Samma, da sindwe abba erssma in datt Hallenbad rein zude Bedienung anne Rezeption. „Hömma, junge Frau“, happichse gefracht, „seid ihr am umbauen?“ Ja, da hattich abba die Bedienung auffem falschen Fuß erwischt. Und mit ein Kasino und für Glückspiel hattese auch keine Antenne. Nee, und dann hattse uns aufgeklärt mit datt Teil vorm Hallenbad. Datt iss nur zur Verzierung,. Nach wie vor iss Schwimmen in datt Bad angesacht und kein Glückspiel.
Ja, kuck, gut dattwe nachgefracht hatten, sonns wärnwe mit ein völlig falschen Eindruck nach Haus gekommen.
Dafür hammwe uns die Ausstellung vonne Federballer angekuckt, ein gepflegtes Bierken ausse Pulle getrunken und dann wieder ap inne Kollenie.

Tach auch

Tankstelle im Försterhaus

Kannze dir vorstellen, datt man in ein Försterhaus auch tanken kann? Seit kurze Zeit weiß ich, dattat möglich iss. Bei uns in Ahlen.
Kuckma, da gipts doch datt Försterhaus inne Nähe vonne Kaserne. Also da, wo früher die Panzers immer rumgebrettert sind und getz die himmlische Ruhe herrscht. Auch inne Kneipe vonnem Försterhaus iss diese Ruhe und Gemütlichkeit. „Altes Fortshaus“ hammse datt genannt, ein paar Rehe auffe Wiese davor, so wie datt früher auch einmal gewesen sein muss.
Ja, kuck; datt man in diese Kneipe tanken kann, datt hamm mein Juppa und ich schon öfters mal gemacht. So ein richtiges Pilsken mit ein echtes Körnken aus Westfalen und in kurze Zeit iss die Welt dann in Ordnung.

Die Tage binnich aussem staunen nich rausgekommen. Da machense getz auch draußen richtig Werbung, datt man tanken kann. Getz nich Pilsken drinnen und Pilsken draußen (watt im Sommer bei gutes Wetter auch möglich iss), nee, wenne mit dein Farrätsken komms mit den eingebauten Hilfsmotor, dann kannze auch Strom tanken. Für auf lau, so als Appetittanreger für ein Pilsken mehr.
Hömma, datt hamm mein Juppa und ich abba schnell ausgenutzt. Und da bekanntermaßen so ein Akku nicht gerade in fünf Minuten aufgetankt iss, hammwe uns in aller Gemütlichkeit erssma inne Kneipe gesetzt, nett bedienen lassen und so gefühlte drei Pilsken getrunken, inne  Gewissheit, datt der Akku voll waah und wir inne allerseeligen Ruhe nach Hause fahren konnten.
Musse einfach mal am Försterhaus fahren und tanken,
meint

Ein Mann als Nummerngirl

Hömma, es gipt Dinge, die gipts gaanich. Auch beim Boxen.
Kuckma, da waah ich die Tage beim Boxen. Beim Frauen-Boxen. Ja, datt gipts und datt iss auch nich mehr so unnormal. Datt Frauen-Boxen.
Wo ich abba die Augen richtig aufgerissen happ, datt waah immer inne Pause zwischen eine Runde. Beim Boxen iss datt so üblich, datt dann immer eine Perle im Ring steigt und mit eine Tafel die nächste Runde anzeigt. Inne Fachsprache heisst sonne Perle “Nummerngirl“. Runde 1, wie auffem Foto, dann Runde 2 und weiter so.

 

Und getz kommts. Da die Veranstaltung ja um datt Frauenboxen ging, hamm sich die Veranstalter im Sinne vonne Gleichberechtigung watt einfallen lassen. Plötzlich kletterte durche Seile ein schicker junger Mann.
Abba hallo, da waah watt loos inne Halle. Nich nur beide Männers; nee die Frauens krichten ein langen Hals und fingen am quieken. Fraach nich wie.
Und dadurch, datt der Kampf über die volle Distanz ging, tauchte der schnieke junge Mann Runde für Runde durche Seile wieder auf, bekam ein Applaus nachem anderen, freute sich immer auffe nächste Runde und waah richtig erleichtert, dattet kein Ka-Oh gaap; denn dann wära ja ganz schnell auch weck vom Fenster gewesen

Tach auch

Mittem Bohrer auffem Eis

Hömma, ich happ ja schonn viel gesehen, abba mit ein Bohrer auffem Eis, datt happich noch nie gesehen. Holzbohrer, jau kennich. Metallbohrer, jau kennich auch. Selps ein Steinbohrer kennich. Und die Bohrer, wohde ausse Flasche ein Korken ziehen kanns, kennich auch.
Abba ein Eisbohrer, datt happich weder gehört noch gesehen. Bis die Tage, alz ein weiter Verwandter von Tönne bei uns auf ein Bier rüber kam.
Da gipptes doch tatsächlich im Norden von unsan Kontinent so eine Masche, datt im tiefen Winter die Läutkes auffem Eis gehen mit ein Bohrer und am bohren fangen. Bis datt Eis durch iss. Und dann kommt der Hammer. Dann legense eine Angelschnur in datt Eisloch und fangen am angeln.

Ehrlich, ich happ die Bilders gesehen. Vom Bohrer, vom Eis und von ein Fisch anne Angel. Und die Fische leben dann auch noch. Hömma, ich wär‘ fast vom Glauben abgefallen, abba die Fotos hamm mich überzeugt. Am liebsten hättich mir den Fisch auch sofort noch reingezogen. So eisgekühlt.
Vielleicht beim nächsten Mal, wennich mal in diese Gegend komme. Wobei ich kein Geheimnis daraus mache, datt ich fürde Überbrückung beim Angeln sonne Flasche vom ganz edlen Korn aufs Eis stelle. Ne bessere Kühlung kanns gaanich geben.

Tach auch

Nun issa wech

Hömma, manchmal geht datt so schnell, datte schon beim hinkucken schon wieder wech biss.
Kuckma, datt waah doch beim Schnee und mitten Schneemann schon so. Kaum stand datt Männeken bei uns inne Einfahrt, da waahra auch schon wieder wech. Wechgeschmolzen. Und wie waah datt mitte Tannebäume?
Genauso!
Kaum hasse dich annen Nadelgeruch inne Wohnung gewöhnt, da mussta auch schon wieder wech. Manno. Und dabei hattenwe dieses Jahr so ein richtiges Prachtstück. Gerade gewachsen, eine schöne Spitze und alles so drum und dran, datt waah genau unsere Vorstellung von ein Tannebaum.
Am Samstag waah Schicht mittem Baum. Anne Straße laach datt Prachtexemplar, zusammen mitte Tannebäume ausse Nachbarschaft. Alles Prachstücke.

Weihanchtsbaum

Ich bin dann nochmal mit Mattes anne Tannebäume entlang gegangen. Und wir beide hamm uns so ein paar Tränken leise verdrückt.
„Mattes“, happich für mein Enkel gesacht. „So iss datt Schicksal vonne Tannebäume!“ Abba, und datt hat uns dann getröstet, im nächsten Jahr gipts wieder ein neuen Baum und alles geht wieder von vorne los. Op dann abba der Schnee auch wieder kommt, datt weiß der Kuckuck. Der Tannebaum iss abba sicher wie datt Amen inne Kirche.
Und darauf freuen wir uns wieder. Woll?

Tach auch
Juppa Unterschrift_klein

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