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Plakate als Zeitzeugen

Hömma, kennze alle die Läutkes, die immer mit ihr Bilder-Album durche Gegend laufen und dann zu jedes Bild eine Geschiche erzählen können? Datt iss einfach toll, welche Geschichten da zu hören und zu sehen sind. Und immer kommen dann die Erinnerungen inne Erinnerung, weil datt einfach Geschichten sind mit viele Emotionen und Erlebnisse. Ausse Kindheit, ausse Jugend und alle diese persönlichen Klamotten.
Getz hatte datt Sportarchiv mal eine neue Idee. Datt Archiv hat Plakate gesammelt. Datt älteste waah aussem Jahr vor dem 2. Weltkrieg. Also ein Plakat von annotuck. Und dann viele Plakate ausse Zeit nachem Krieg. Vom Handball, vom Fußball, vonne leichten Athleten, vom Boxen, vonne Turners und alles sowatt.

Im Mittelpunkt waah dabei ein Plakat vom Boxen, als der Norbert Nieroba vor genau 20 Jahre Weltmeister wurde beide Profis. Hömma, da krisse Ehrfurcht, wenne so watt siehs und dann den Boxer auch noch persönlich inne Augen kucken kanns.
Ja, kuck; so iss datt Sportarchiv mit seine Ausstellungen ein lebendiges Lexikon und mit viele Erinnerungen anne sportlichen Höhepunkte in Ahlen.
Tach auch!

Es iss wieder da!

Hömma, wenne heutzutage so anne Jahnwiese vorbei komms, dann überfällt dich eine tiefe Trauer. Da wird getz gewühlt, die Erde aufgelockert und Gräben gebuddeelt. Und vom Platz?  Ja, da siehse so gut wie gaanix mehr.
Und dabei waah doch dieser Sportplatz, also die Jahnwiese, mal datt Prunkstücke vonne Sportplätze in Ahlen. Handball, Fußball, Leichtathletik. Alles in Hülle und Fülle und in eine Qualität, wie man sie in Ahlen nich oft zu sehen bekaam.
Und getz? Baugebiet für Häusers und für Straßen. Kein Grün mehr, keine Zuschauers mehr, keine Tore mehr. Alles wech.

Wech waah auch eine Zeitlang datt Schild überm Eingang zur Jahnwiese. Erss Wacker 20, dann Ahlener SV. Und genau dieses Schild vonne ASV iss getz wieder aufgetaucht, so zum richtigen Zeitpunkt, um den Eingang in seine Pracht nostalgisch wieder auferstehen zu lassen.
Ich kann mir getz schon vorstellen, datt dieses Eingangsportal eines Tages noch zum Wallfahrtsort erklärt wird. Wenn die alten Wackeraner und die alten ASVer eine Begegnungsstätte brauchen, wohse alle hinkommen und anne alten Zeiten sich erinnern tuhn.
Verlass dich drauf; irgendwatt wird damit noch passieren. Ich happ da so ein bestimmtes Gefühl.
Tach auch!

Hömma, weisse eigentzlich, watt schlimmer iss als wie eine Niederlage inne Schampus-Liga? Datt iss, wenn der PC inne Dutten iss. Da hilft auch kein Pilzken extra oder eine Flasche von ein strammen Korn. Datt iss Weltuntergang inne Reinkultur.
Und so watt hatte ich die letzten beiden Wochen. Auf einmal waah datt Licht aus. Nich inne Bude, nee am PC. Kein Licht, keine Tasten mehr, keine Internetseite.
Ich waah sowatt vonne Socken, datt selps meine Fruieda schon den Notarzt rufen wollte. Panik, Herzrasen, Schluckbeschwerden. In ein Atemzug.
Watt happich gemacht? Sofort mein Enkel auffem Handy angerufen. Der waah zwar noch inne Schule, abba dafür müssen die Lehrers auch mal Verständnis hamm. Hattense abba nich und ich musste warten. Und dann kam das Todesurteil: „Oppa“, hat mein Enkel gesacht. „Datt Ding iss wohl inne Dutten!“ Peng, datt sahs wie ne Ohrfeige aus meine eigene Schulzeit.
Watt tun? Watt machen? Wie gehts weiter. Ich waah völlig am Ende.

Klammheimlich und stickum hatt sich mein Enkel den PC unterm Arm geklemmt und iss inne nächste Werkstatt damit. „O, o“, hammse da gesacht. „Datt iss ja ein Schätzken aussem Mittelalter. Opwe dafür üerhaupt noch Ersatzteile hamm. Da müssenwe erssma auffem Schrottplatz“. Und in diese Töne hammse sich geäußert.
Zwei Wochen binnich inne Bude rauf und runter gelaufen. Bis gestern, als wo mein Enkel mittem PC unterm Arm inne Tür stand. „Oppa, du bissen Glückpliz“, hatta gesacht. Und dann hatta den Riemen auffe Orgel gelegt und schwupps iss mein Spielzeug wieder inne Gänge gekommen.
Ja, kuck; getz kannich wieder schreiben und schreiben und so meine Gedanken auffen Markt werfen.
Tach auch!

Hömma, kannze dich noch anne Zeiten erinnern, wenn ein Lautsprecher inne Wirkung kaam? Und wenn man dann ein Mikrofon benutzte?
Datt waahn echte Welten. Große dicke Püster als Lautsprecher, und ein Mikrofon, dann hasse richtig Angst gekircht, weil datt so groß waah.
Ich happ da immer noch die Jahnwiese im Gedächtnis, wenn „Bosch“ Frochte am Mikrofon kaam und dann eine Durchsage machte. Oder auffem Marktplatz, wenn da bei eine Veranstaltung einer am reden fing.
Und heute?
Da kannze alles schon in ein Klammerbeutel packen. Also datt Mikrofon und datt Aufnahmegerät dazu. Und wenne mal zwischendurch alles auffem Lautsprewcher hamm willz, dann musse ein Extraknöppken drücken und dann hörsse deine eigene Stimme. So iss datt ehm mitte Technik inne heutige Zeit.

Ich happ die Tage mal so eine neue Maschine gesehen. Also ein Mikrofon, eine Aufnahmemaschine und ein Lautsprecher. Alles in eins. Und dazu noch so ein Stöcksken, damitte keine Probleme hattest mit den Gewicht und fürde Ballanze. Und dabei iss alles so spuchtich und so klein. Für eine Westentasche im Sonntagsanzug.
Ja kuck, so hat sich die Technik geändert. Wenn der „Bosch“ Frochte von Radio Vieten datt mal mitgekricht hätte, der wäre als Technicker glatt vom Glauben abgefallen.
Tach auch!

Kannze dir vorstellen, ein Bienenstich nich ein Bienenstich iss? Mein Juppa hat mir die Tage den Unterschied mal richtig klar gemacht, abba fraach nich wie. Also, wir hatten grade Kaffeezeit mit ein Bienenstich auffem Teller.
Plötzlich fraacht mich mein Juppa: „Frieda“, hatta mich gefraacht, „willze ma ein Bienenstich inne Natur?“
Ich happ datt nich sofort gerafft und schon waahnwe draußen. Auffem Friedhof, wo inne Ecke so eine Reihe vonne Bienenstöcke stehn.
Ich hatte meine dicke schwatte Daumenjacke angezogen, Juppa ihm seine dicke gelbe Warnweste, wenna mittem Fahrrätsken unterwegs iss. Am Tach und inne Nacht.

Und so sindwe dann mal kucken gegangen anne Bienenstöcke, ob die Tierchen denn schon inne Aktivität sind. Irgendwie hattich mich mit mein Juppa verquatscht und plötzlich stand mein Juppa im Eppizentrum vonne Aufmerksamkeit vonne Bienen. Weil er ja gelb gekleidet waahn und die Bienen frischen Nektar am saugen fangen wollten. Doch nich bei mein Juppa!
Mein Juppa fing am laufen und am laufen, um ausse Einflugschneise vonne Bienen zu kommen.
Also mit andere Worte: es waah richtig watt los. Mit und ohne Bienenstich
meint

Hömma, bei uns anne Ecke iss Bewegung gekommen. Wir hamm ein neuen Mitbürger. Er kommt aus Friesland. Also da, wo datt Land noch richtig platt iss. Platter als wie bei uns im Münsterland.
Ja kuck, und dieser neue Mitbürger, Hannes mit Name, hatt den Giebel von ihm sein Haus richtig deckoriert mit Schilders.
Ich happen sofort gefraacht: „Hannes“, happich ihm gefraacht, „watt hasse da für Tellers an dein  Giebel geklebt?“
Ich mein, sonne Frage iss ja mal unter Nachbarsleute wohl erlaubt.

O, da hatt der Hannes abba erssma weit ausgeholt. Von wegen mitte Tradition bei ihm auffem platten Land und seine Vorfahren, die ja noch mitte Heideschnucken im Bett gegangen sind. Und so.
Hömma, datt waah interessant. Und alles schön und gut. Abba auffen Punkt hatt der neue Mitbewohner bei uns anne Ecke datt Gantze nich.
Bissa dann auf einmal watt vonne Schützen und vonne Gewehre erzählt hat, nachdem ich ihm so ein wenig gekitzelt happ mitte Sportsendung und alle diese neue Sportarten, die so poppolär geworden sind nache Olympiade. Biathlon und so.
Ich happ den Hannes dann platt auffen Kopp gesacht. „Hömma, Hannes“, happich gesacht, „willze dein Haus in eine Schießbude umwandeln?“
Und dann kaam Hannes mitte Erklärung umme Ecke. Nee, diese Tellers sind ein Orden für ein Schützenkönig in Friedland. Und jeder, der einmal Schützenkönig waah, der kricht so ein Teller.
Ja kuckt! Und nun ist Hannes der König bei uns inne Ecke. Weila ja ein Teller anne Wand kleben hatt.
Tach auch!

 

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