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Hömma, kannze dich noch anne Zeiten erinnern, wenn ein Lautsprecher inne Wirkung kaam? Und wenn man dann ein Mikrofon benutzte?
Datt waahn echte Welten. Große dicke Püster als Lautsprecher, und ein Mikrofon, dann hasse richtig Angst gekircht, weil datt so groß waah.
Ich happ da immer noch die Jahnwiese im Gedächtnis, wenn „Bosch“ Frochte am Mikrofon kaam und dann eine Durchsage machte. Oder auffem Marktplatz, wenn da bei eine Veranstaltung einer am reden fing.
Und heute?
Da kannze alles schon in ein Klammerbeutel packen. Also datt Mikrofon und datt Aufnahmegerät dazu. Und wenne mal zwischendurch alles auffem Lautsprewcher hamm willz, dann musse ein Extraknöppken drücken und dann hörsse deine eigene Stimme. So iss datt ehm mitte Technik inne heutige Zeit.

Ich happ die Tage mal so eine neue Maschine gesehen. Also ein Mikrofon, eine Aufnahmemaschine und ein Lautsprecher. Alles in eins. Und dazu noch so ein Stöcksken, damitte keine Probleme hattest mit den Gewicht und fürde Ballanze. Und dabei iss alles so spuchtich und so klein. Für eine Westentasche im Sonntagsanzug.
Ja kuck, so hat sich die Technik geändert. Wenn der „Bosch“ Frochte von Radio Vieten datt mal mitgekricht hätte, der wäre als Technicker glatt vom Glauben abgefallen.
Tach auch!

Kannze dir vorstellen, ein Bienenstich nich ein Bienenstich iss? Mein Juppa hat mir die Tage den Unterschied mal richtig klar gemacht, abba fraach nich wie. Also, wir hatten grade Kaffeezeit mit ein Bienenstich auffem Teller.
Plötzlich fraacht mich mein Juppa: „Frieda“, hatta mich gefraacht, „willze ma ein Bienenstich inne Natur?“
Ich happ datt nich sofort gerafft und schon waahnwe draußen. Auffem Friedhof, wo inne Ecke so eine Reihe vonne Bienenstöcke stehn.
Ich hatte meine dicke schwatte Daumenjacke angezogen, Juppa ihm seine dicke gelbe Warnweste, wenna mittem Fahrrätsken unterwegs iss. Am Tach und inne Nacht.

Und so sindwe dann mal kucken gegangen anne Bienenstöcke, ob die Tierchen denn schon inne Aktivität sind. Irgendwie hattich mich mit mein Juppa verquatscht und plötzlich stand mein Juppa im Eppizentrum vonne Aufmerksamkeit vonne Bienen. Weil er ja gelb gekleidet waahn und die Bienen frischen Nektar am saugen fangen wollten. Doch nich bei mein Juppa!
Mein Juppa fing am laufen und am laufen, um ausse Einflugschneise vonne Bienen zu kommen.
Also mit andere Worte: es waah richtig watt los. Mit und ohne Bienenstich
meint

Hömma, bei uns anne Ecke iss Bewegung gekommen. Wir hamm ein neuen Mitbürger. Er kommt aus Friesland. Also da, wo datt Land noch richtig platt iss. Platter als wie bei uns im Münsterland.
Ja kuck, und dieser neue Mitbürger, Hannes mit Name, hatt den Giebel von ihm sein Haus richtig deckoriert mit Schilders.
Ich happen sofort gefraacht: „Hannes“, happich ihm gefraacht, „watt hasse da für Tellers an dein  Giebel geklebt?“
Ich mein, sonne Frage iss ja mal unter Nachbarsleute wohl erlaubt.

O, da hatt der Hannes abba erssma weit ausgeholt. Von wegen mitte Tradition bei ihm auffem platten Land und seine Vorfahren, die ja noch mitte Heideschnucken im Bett gegangen sind. Und so.
Hömma, datt waah interessant. Und alles schön und gut. Abba auffen Punkt hatt der neue Mitbewohner bei uns anne Ecke datt Gantze nich.
Bissa dann auf einmal watt vonne Schützen und vonne Gewehre erzählt hat, nachdem ich ihm so ein wenig gekitzelt happ mitte Sportsendung und alle diese neue Sportarten, die so poppolär geworden sind nache Olympiade. Biathlon und so.
Ich happ den Hannes dann platt auffen Kopp gesacht. „Hömma, Hannes“, happich gesacht, „willze dein Haus in eine Schießbude umwandeln?“
Und dann kaam Hannes mitte Erklärung umme Ecke. Nee, diese Tellers sind ein Orden für ein Schützenkönig in Friedland. Und jeder, der einmal Schützenkönig waah, der kricht so ein Teller.
Ja kuckt! Und nun ist Hannes der König bei uns inne Ecke. Weila ja ein Teller anne Wand kleben hatt.
Tach auch!

 

Hömma, hasse eigentzlich mal gewusst, wie viele Sportarten in Ahlen so im Angebot sind? Fast 30 Stück hammse mir mal gesacht.
Irgentzwie binnich über eine Kollegin von mein Nachbarn drauf gekommen und bin der Sache mal auffem Grund nachgegangen. Und dabei happich sonne Exoten anne Sportarten gefunden, also weit wech von Fußball und Handball. Die Kollegin macht nämlich Bogenschießen. Weisse, so wie Wilhelm Tell mitt den Appel auffem Kopp von den Jungen.
Ja, kuck. Datt happich nich gewusst!

Jau, es gipt tatsächlich ein Klub in Ahlen, der sonnen Wilhelm Tell-Sport anbietet; also mit Pfeil und Bogen. Datt einzigste, wattse anners machen, datt iss aus ökkolgische Gründe der Apfel. Den hammse nich mehr im Angebot. Abba sonst alles wie inne Schweiz bei den Wilhelm Tell.
Und noch eins happich rausgekricht. Diese Bogenschießer hamm sogar ein Verein, hamm Wettkämpfe und Turniere und sogar ganz große Meisterschaften. Datt hatt mir diese Kollegin von mein Nachbarn auch verklickert und ein Fotto gezeicht, wohse alle inne Reihe und im Glied anne Schnur aufgereiht stehen und am zielen sind mit ihre Pfeile.
Tach auch!

Der Lenz ist da!

Hömma, wennes genau nimms, dann iss der Lenz, also der Frühling, heute noch gaanich da. Der fängt erss am 20. März an. Offiziell nache Kalendergelehrten.
Nee, für mich beginnt der Frühling immer in Vorhelm. Und noch genauer, dann wenn der Wibbeltlauf gestartet wird.
Und dann siehse zum ersten Mal die Jungens und die Mätken in kurze Bükskes rumlaufen.
Hömma, kannze dich noch an unsere Jugend erinnern? Wenn wir datt erste Mal mit kurze Bukse und mit Kniestrümpfe auffe Straße gegangen sind?
Unsa Omma hat da immer genau drauf geachtet. Datt waah erss immer dann, wenn der Frühling anfing. Also am 20. März. Und kein Mucksen gaaps da.

 

Ja, und sonn Datum geht dir dann im Kopp! Also, datt Datum von den Wiobbeltlauf, der kalendarisch immer vor dem 20. März liecht.
Ich waah vor kurzem da, also in Vorhelm anne Ennigerstraße am Sportplatz vonne Westfalia. Und da liefense mit ihre kurzen Büksken und da standense am Rand vonne Laufstrecke und waahn am anfeuern und am fotografieren mit ihre Kameras und mit ihre Händies.
Für mich waah klar: der Lenz iss da.
Tach auch!

Hömma, nich datte glaups, ich würde getz ein neuen Sport inne Welt rufen mit „bücken und heben“. Auch will ich nich den Sport mitte Heberei vonne Gewichte anne Stange in ein neues Bild bringen.Alles nix davon. Ich mein mit „bücken und heben“ gantz klar die Aktion von letztes Wochenende in Ahlen: „Ahlen putz(t) munter“. Also diese Reinemacherei inne Stadt. Und auch auffe Sportplätze.
Nun gut, da hammse vonne Stadt sonn paar Klammergriffe ausgeteilt fürde Läutkes, die sich nich so gern bücken. Abba der Großteil iss wirklich überm bücken passiert. Da hamm sich die Läutkes runtergebückt, teils sogar auffe Knie und hamm den Mist vonne Erde gehoben, den andere einfach so wechgeworfen hamm.

Da kommse aussem staunen nich raus, watt da alles so durche Gegend fliecht und alles liecht dann so inne Gegend und nich im Mülleimer, wie bei uns zu Hause.
Ich happ mir ma sonne Aktion ausse Entfernung angekuckt und ich kaam aussem Staunen nich raus.
Bis mich dann auch der Ärger und auch der Ehrgeiz gepackt hamm und ich happ dann auch mein Beitrag anne Aktion vonne Stadt gebracht. Schließlich binnich auch ein Bürger von diese Stadt und kann getz beim nächsten Stammtisch klar sagen: „Ich waah auch dabei!“
Tach auch!

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