Feeds
Artikel
Kommentare

Watt denn nu?

Hömma, mitte Verkehrsschilders happich appenzu schomma meine Probleme. Kuckma, da hasse auffe eine Seite ein Überangebot anne Schilders, datte gaanich so schnell kucken kannz und dann hasse auf einmal keine Schilders, dafür steht abba sonne Box annem Straßenrand und peng hasse ein Passfoto, watte im Fotoladen eigentzlich billiger hamm könntest.
Die Tage happich mal am Strand ein Spaziergang gemacht. Und da happich gesehen, datt auch dort alles reglementiert iss und man sich anne Schilder halten muss.
Ich happ mir dann mal so ein Schild genauer reingezogen und happ ma eine Annalüse gemacht. Da gaaps drei Hinweise im Einklang zu bringen: ein Hund, eine Zarette und ein Segler auf ein Brett.

Also, datt mittem Hund happich sofort kappiert. Der hatte wirklich schlechte Karten. Strich durche Rechnung und nix für am Strand, sofern er, also der Hund, datt überhaupt lesen konnte, wenna nich anne Leine vom Herrchen waah.
Und dann die Zarette. Für mich eigentzlich gantz klar; wenne nach links gehs, dann darfse keine Zarette rauchen; Nach rechts wohl, wennich datt Schild richtig kapiert happ. Und wenn du mit dem Segler nich innen Konflikt komms.
Ja, und watt iss mittem Segler? Der durfte nich nach rechts segeln. Vielleicht weila dann mittem Zarettenqualm Probleme krichte.
Ja, kuck. Und da happich vor dem Schild gestanden und happ mir so meine Gedanken gemacht. Bis dann einer vonne Einheimischen kaam und mir versucht hat, alles zu erklären.
Ich happen auch alles bis zum Ende sagen lassen. Und dann happich ihm gesacht: „Kollege“, happich ihm gesacht, „weisse, eigentzlich interessiert mich datt gaanich. Ich happ kein Hund, bin kein Segler und rauchen tu ich auch nicht!“
Tach auch

Hömma, hasse schon alles vorbereitet fürde nächsten Wochen, wenn der Ball wieder rollt? Also den Kasten Bier kalt gestellt, die Schipps auf Vorrat gekauft und im Umfeld von dein Fenrseher nix greifbares für am wegwerfen, wenn der Elfer verschossen wird?
Ich happ auf jeden Fall in meine Freizügigkeit meine Frieda schomma empfohlen ein Kusinentreffen einzuberufen. Nich bei uns, abba in Schalksmühle, woh Friedas älteste Kusine wohnt. Weisse die, die mitte Ohren alles nich mehr so mitkricht.
Frieda iss noch am zögern, abba ich happ ihr in meine Großzügigkeit ein Fahrtkostenzuschuss in Aussicht gestellt. Also ein  Zuschuss, wenn Deutschland nich im Finale kommt. Denn dann spaah ich ja richtiges Geld, wattich im Grunde ja gaanich will.

Letztes Mal happich alle Wetten sowatt von versemmelt, dattich schwer inne Rücklage greifen musste. Erss recht bei den 7 : 1 gegen die Brasilieros. Datt hatt echt ein Loch in meine Kasse gerissen.
Ja, kuck. Und dieses Mal happich schomma eine Sparwoche nache andere eingehalten und happ schomma watt auffe Patte, wenn sonne Spiele sich wiederholen. Mann weiss ja nie.
Bei Tönne hängt schon alles im Flur fettich und bereit. Er wartet nur auffen ersten Anpfiff vonne WM und dann raus ausse Verdeckung. Fahnen, Tröte, Leuchtraketen und alles sonn Firlefanz für am Lärm machen.
Und ich? Ich happ schomma die Schuppkarre inne Einfahrt gestellt fürde Kästen auf Vorrat.
Ma kucken, wie alles läuft. Auf jeden Fall werdich Sepp Herberger ein Ständchen geben in Andenkung an seine Schlacht im Wankdorf-Stadion. Ja, hömma, datt iss echte deutsche Geschichte. 1954 und so.
Tach auch!

Nostalgie mit alte Autos

Hömma, noch heute binnich mein Kumpel Tönne dankbar für ihm seine Idee, sonne alten Autos ankucken. Nich kaufen; denn sonne Kutschen kannze nich bezahlen.
Weisse, datt sind sonne Autos, die auffem Kennzeichen am Ende ein „H“ stehen hamm. Tönne meint immer, datt dat „H“ hysterisch heißt, weilse alle hysterisch werden, wennse so ein Auto sehen. In echt heißt datt „H“ abba historisch, weil die Autos alle ausse Historie kommen.
Ja kuck und da waah ich die Tage mit Tönne in eine sonne Ausstellung vonne historischen Autos.
Zu die selbe Zeit waah sonne ausländische Gruppe inne Ausstellung und ließ sich alles erklären. Opel Kadett, NSU (fährt ab und zu, alle 100 Meter, stehta), Badewannen Ford, Käfers, BMW-Isetta, der Adventswagen mit „mach hoch die Tür“ und ein Messerschmitt, also der Flitzer unter diese kleinen Autos.
Und schwupps saß einer vonne prominenten Sportlers in so ein Auto. Ich happ sofort gerufen: „Kollege, pass auf, da kommse von alleine nich wieder raus!“ Abba da waahs schon zu spät. Der Prommi-Sportler saß mittendrin im Auto, ohne Schuhanzieher. Die Klappe hatta vorsichtshalber nich zu gemacht wegen der möglichen Atemnot.
Wir hamm alle am Rand von den Messerschmitt gestanden und hamm mitte Hände geklatscht. Ein Bild für die Götter, wie der Prommi wie Graf Kocks am Lagerfeuer saß.

Bis dann der Moment kaam, wo der Prommi aussteigen wollte.
Als op ichs geahnt hätte, der Kollege saß fest und alle Versuche vonne anderen Sportlers ging ins Leere.
Ich sach so zu mein Tönne „Hömma, Tönne,“, happich gesacht, „wenn getz Heini Czibolleck hier wäre, dann könntenwe ja ihm sein Kranwagen holen, weisse, den, der schomma den Sattelschlepper ausse Olfe gezogen hatt! Abba getz?“
Nun kennze ja nich die Sportlers unter sich; die kennen sich, die helfen sich und die Kollegen vonne Ausstellung waahn auch nich von gestern. Nur mittem Vorschlag, den Messerschmitt auffem Kopp zu stellen, datt wolltense nich. Wegen der Klappe und der Bruchstelle.
Abba mit viel Hauruck und appenzu ein Pilsken als Mottivation iss alles gut gegangen.
Ja kuck und ich waah mein Tönne dankbar für den Ausflug inne Nostalgie und fürde Bekanntschaft mit so ein Prommi, der im Messerscmitt eingeklemmt waah.
Tach auch

 

 

Foto: Gerhard Draschowski

Sportwoche mit Herz

Hömma, in diese Tage gehts wieder rund auffem Lindensportplatz. Vorwärts feiert wieder eine Sportwoche. Tach für Tach iss watt loos auffem Platz im Schatten von unsan Rathaus.
„Wir sehen uns am Platz“, so hat der Vereinspräses in sein Vorwort geschrieben. Und datt meint er auch so, denn inne Sportwoche vonne DJK Vorwärts iss imma watt loos. Seit Jahren.
Ja, kuck, der Verein, also die Vorwärtsler, iss inne direkte Vorbereitung auf ein großes Fest. Im nächsten Jahr wird dieser Verein blanke 100 Jahre alt und so sindse getz schomma am üben, wattse da alles so auffe Platte bringen. 13 Abteilungen hammse in den Verein, von Basketball bis Volleyball. Und überall iss immer watt inne Gänge, wennse am spielen und am trainieren sind.
Klar, und wennse dann ihr Jubiläum feiern, wollnse alle ihr bestes gehm, um inne Bevölkerung noch mehr inne Wahrnehmung zu kommen.

Also hammse nach ihr Heft für am Karnevall getz eine Heft mitte Sportwoche; pickepacke voll mit Berichte, Werbung und Hinwesie, wann watt und wo loos iss.
Verlass dich drauf, ich geh da auch ma hin, denn früher happich selps mal auf den Platz gestanden, als Pennäler vonne Penne nebenan und dann kommen da die Erinnerungen so inne Höhe. Schwatter Aschenplatz mit Asche von unsere Zeche. Marke „Brech drei“ und Rasen anne Seite, wohse im Anfang noch mitte Sense datt Gras flach gehalten hamm.
Vom 25. bis 31. Mai iss die Sportwoche, datt Vereinsheim iss auch geöffnet und ein lecker Pilzken schmeckt auch gut, wenn alles rund läuft.
Tach auch!

 

Plakate als Zeitzeugen

Hömma, kennze alle die Läutkes, die immer mit ihr Bilder-Album durche Gegend laufen und dann zu jedes Bild eine Geschiche erzählen können? Datt iss einfach toll, welche Geschichten da zu hören und zu sehen sind. Und immer kommen dann die Erinnerungen inne Erinnerung, weil datt einfach Geschichten sind mit viele Emotionen und Erlebnisse. Ausse Kindheit, ausse Jugend und alle diese persönlichen Klamotten.
Getz hatte datt Sportarchiv mal eine neue Idee. Datt Archiv hat Plakate gesammelt. Datt älteste waah aussem Jahr vor dem 2. Weltkrieg. Also ein Plakat von annotuck. Und dann viele Plakate ausse Zeit nachem Krieg. Vom Handball, vom Fußball, vonne leichten Athleten, vom Boxen, vonne Turners und alles sowatt.

Im Mittelpunkt waah dabei ein Plakat vom Boxen, als der Norbert Nieroba vor genau 20 Jahre Weltmeister wurde beide Profis. Hömma, da krisse Ehrfurcht, wenne so watt siehs und dann den Boxer auch noch persönlich inne Augen kucken kanns.
Ja, kuck; so iss datt Sportarchiv mit seine Ausstellungen ein lebendiges Lexikon und mit viele Erinnerungen anne sportlichen Höhepunkte in Ahlen.
Tach auch!

Es iss wieder da!

Hömma, wenne heutzutage so anne Jahnwiese vorbei komms, dann überfällt dich eine tiefe Trauer. Da wird getz gewühlt, die Erde aufgelockert und Gräben gebuddeelt. Und vom Platz?  Ja, da siehse so gut wie gaanix mehr.
Und dabei waah doch dieser Sportplatz, also die Jahnwiese, mal datt Prunkstücke vonne Sportplätze in Ahlen. Handball, Fußball, Leichtathletik. Alles in Hülle und Fülle und in eine Qualität, wie man sie in Ahlen nich oft zu sehen bekaam.
Und getz? Baugebiet für Häusers und für Straßen. Kein Grün mehr, keine Zuschauers mehr, keine Tore mehr. Alles wech.

Wech waah auch eine Zeitlang datt Schild überm Eingang zur Jahnwiese. Erss Wacker 20, dann Ahlener SV. Und genau dieses Schild vonne ASV iss getz wieder aufgetaucht, so zum richtigen Zeitpunkt, um den Eingang in seine Pracht nostalgisch wieder auferstehen zu lassen.
Ich kann mir getz schon vorstellen, datt dieses Eingangsportal eines Tages noch zum Wallfahrtsort erklärt wird. Wenn die alten Wackeraner und die alten ASVer eine Begegnungsstätte brauchen, wohse alle hinkommen und anne alten Zeiten sich erinnern tuhn.
Verlass dich drauf; irgendwatt wird damit noch passieren. Ich happ da so ein bestimmtes Gefühl.
Tach auch!

Ältere Artikel »