Feeds
Artikel
Kommentare

Sportlich wie die Finnen

Hömma, ich happ mir datt Gantze mal ausse Nähe angekuckt. Also diese neue Laufbahn im Berliner Park. Eine Erfindung vonne Finnen, wiese immer sagen. Ich happ mich da mal schlau gemacht. Beide Finnen direkt, natürlich; denn die sollen diese Bahn ja erfunden haben.
Jau, datt stimmt wirklich.
Die Finnen aussem hohen Norden hamm diese Art erfunden fürde Joggers und fürde Sportlers, weilse dann weniger Probleme mitte Gelenke hamm.

Ich happ natürlich auch nachgefraacht, oppich mit mein Gewicht da auch in Frage komme für am joggen und für am laufen. Nich datt nachher da sonne aquaplaning-Bahn raus kommt und alles umbenannt wird in Juppa-Bahn.
Da hamm sich die Finnen echt watt einfallen lassen. Erssma, weilse ja soviel Holz vorde Hütte hamm und ständig am sägen sind. Und watt hammse mit datt gantze Sägemehl gemacht? Sie hamm so eine Bahn entwickelt und nun verkaufense datt Patent rund umme Welt.
Und Ahlen hatt getz auch son Exemplar davon. Musse mal kucken kommen im Berliner Park und am staunen fangen.

Tach auch

Hömma, kannze dich noch anne Zeiten erinnern, wo nachem Spiel die Hemden vonne Mannschaft eingesammelt wurden und dann bei unsa Omma inne Waschküche kaahm?
Ja, und dann hatte unsa Omma die Arbeit. Hemden inne Wanne stecken, einweichen, auffem Kocher stellen und dann warten. Ab dann happich unsa Omma immer bedauert. Vor allem, wenn die Mannschaft auf ein richtigen Acker gespielt hat. Mit viel Schlacke und sonstiges Prüttzeug. Denn dann musste unsa Omma immer Hand anlegen. Immer wahrsten Sinne des Wortes.
Also, Wäsche aussem Kocher raus und dann auffem Waschbrett zum rubbeln.

Nun, die Zeiten sind vorbei, weil die Waschmaschine getz alles erledigt. Und damit sind auch die Waschbretter vonne Bildfläche verschwunden. Bis die Musiker auffe Idee kaamen für ihre Musik.
Ich happ nich schlecht gestaunt inne letzte Tage, alzich eine Musikbande gesehen happ mit ein Musiker am Waschbrett. Zusammen mit ein Schneebesen hatta ein Solo gegehm. Hömma, da bisse abba vonne Pötte, wie datt sich anhört. Ich bin da erssma stehen geblieben und happ datt Gantze angehört. Richtig watt fürde Ohren.
Also, wenn datt unsa Omma noch mitgekricht hätte. Ich glaup, die hätte sofort die Pollezei gerufen, damit datt Waschbrett auch da wieder hinkommt, wohs hingehört. Inne Waschküche.

Tach auch

Hömma, wenne nich richtig weiss, watt ein Chef iss, dann musse einfach im Dorf kommen. Also nach Vorhelm, da, wo datt Kaiserreich immer noch  zu Hause iss. Und ich sach dir: in Vorhelm iss nich nur die Kirche im Dorf, da iss auch alles andere rund. Der Pils, die Mühle, der Kreisverkehr in Tönneshäusken, da. wo Vorhelm anfängt.-
Ja, kuck und genauso waahs auch am Sonntag, beim Wibbelt ihm sein Jubellauf, den 25. Also die Silberhochzeit von Augustin Wibbelt. Kuckma, alles, watt die Westfalen vom TuS inne Hand nehmen, datt hatt Stil und Stiel. Bis nachem Vorsitzenden, also den Präses vom Verein. Der hatt nämlich auch mit angepackt. Nich mitte Schüppe und im Blaumann. Nee, abba anne Knarre hatta gepackt und ein ganz eindeutiges Zeichen gesetzt: Er hat den Schuss gehört. Seinen eigenen und auch den vonne Pistole.

                                                                                                                                                

Und datt iss einfach schön so, wenne die Vorsitzenden leibhaftig bei eine Veranstaltung siehs, wiese alles kontrollieren und dann eine ganze Meute vonne Läufers anne Linie kriegen.
Hömma, datt macht und kann nich jeder.
Kuckma, wie viele Läutkes gipptet, die einfach nur am vorsitzen sind und am kommandieren, watt andere tun müssen.
Nee, in datt Dorf iss datt anners. Und so sindse am Sonntag alle stramm anne Linie gegangen und hamm auffen Schuss gehört. Und dann sindse gewatzt mitte Zunge aussem Hals.
Und weisse watt? Der Erste hat sogar gewonnen.

Tach auch

Die Natur schlägt aus

Hömma, inne nächste Tage musse aufpassen: Die Natur schlägt aus. Anne Bäume, anne Sträuchers, auffe Erde und an alle Eckens. Jeden Tach watt neues inne Natur.
Die Tage binnich inne Küche und happ meine Frieda von oben nach unten angekuckt, bisse ganz nerwös wurde. „Juppa, watt hasse im Anschlach?“ Hattse mich gefacht. „Da iss doch watt inne Luft“, so meine Frieda im zweiten Ansatz.
„Genau datt isses“, happichse sofort gesacht. „Kuckma, Frieda, da iss wirklich watt inne Luft“
Und dann happich sofort einen nachgesetzt. „Nich, datte getz auch am ausschlagen fängs, wie inne Natur“. Happichse gantz klar im Gesicht gesacht.

Und sofort happich gemerkt, datt inne Küche wirklich watt kurz vorm ausschlagen waah. Irgentzwie hattich datt im Blut und meine Frieda fing auch am grübeln.
Nach ein langes Kucken inne gegenseitigen Augen hammwe dann festgestellt, datt wir eigentzlich zu alt sind für solche Wortspielereien und dann hammwe uns aussem Fenster mal so die Natur angekuckt. Angefangen beide Kroküsse, die so richtig am ausschlagen sind. Mann, datt sieht sowatt von toll aus, datt mein Frieda und ich gaanich aussem staunen rauskamen, bis wir dann den komischen Geruch inne Nase bekamen. Die Frikadellen waahn angebrannt bei unsere gantze Kuckerei inne Natur.

Tach auch

Hömma, ich weiß ja nich, wer diesen Spruch erfunden hat: An Aschermittwoch iss alles vorbei. Ich erzähl datt mal ausse meine Sicht und mit meine Wahrnehmung vonne Tatsachen.
Also an Rosenmontag geh ich immer mit mein Enkelsohn nachen Zuch kucken. Immer anne selbe Ecke vonne Südstraße, da dort die meisten Bömskes geworfen werden.
Und mein Enkelkind iss dann immer am jubeln. „Kuckma, Oppa“, iss dann am rufen. „Oppa, pass auf, da kommt wieder eine Ladung!“ „Oppa, die da hinten schmecken so lecker, bückse dich mal?“
Hömma, wenn der wüsste, watt ich da alles tu. Immer bücken, immer auf Kommando und dann wieder ein Stücksken laufen fürde nächste Ladung. Ich bin immer nur am bücken und am rennen. Und dann immer auf den Kommandoton von mein Enkel. Boah ey, am nächsten Morgen spüre ich noch jede Bückaktion inne Knochen. Manchmal wochenlang.

Beim letzten Rosenmontagszuch hatte ich ein netten Kollegen aus Bockum-Hövel anne Seite, der schon bald merkte, datt ich mitte Kräfte irgentzwei am Ende waah. „Kollege“, hatta gesacht, „lass stecken. Ich bück mich einmal mehr für dich, sonns musse ja sofort auffe Liege.“ Mann, datt waah ein Glücksfall für mich. Ansonsten happich tagelang Rückenschmerzen, Muskelkater inne Schenkels und ich überlech schomma, oppich nich bei Aldi ein Karton Bömskes kaufe und dann bei mein Enkel innen Klammerbeutel kippe. So als oppich die alle selbst gesammelt hätte.
Von wegen: am Aschermittwoch iss alles vorbei. Dann gehen die Schmerzen bei mir nämlich erss loos.

Tach auch

Freier Eintritt nich mehr?

Hömma, mitte Polletick vonne Rotweiße kommich zurzeit nich so ganz klar. Kuckma, da hattense die Tage noch bei uns inne Zeitung geschrieben, datt für ein Spiel, alle freien Eintritt kriegen sollten.
Schade, datt Spiel fiel aus vonwegen mitte Unspielbarkeit vonnem Rasen. Eis, Frost, Schnee, Schlinderbahn und alle diese Spirenzkes. Und schwupps waah datt Spiel aussem Kalender.
Dabei waah alles an diesen Tach so einfach.
Da hatte ein junger Mann so einen Kühlerhaubentest mit sein Auto gemacht und waah Sieger. Denn die Mauer hatte nachgegeben und er hatte alles zum Einsturz gebracht. Und damit waah ein neuer Eingang geschaffen. So nachem Motto: Auch hier kannze reinkommen. Für auf lau.

Abba, datt iss nun Vergangenheit. Spiel ausgefallen und die Mauer fangense getz wieder am aufbauen. Stein auf Stein. Ich happ mir datt mal so ausse Nähe angesehen. Also die Mauerei. Genauso wie wir datt früher auch gemacht hamm. Speisvogel auffem Puckel, Kelle inne Hand und dann inne Hände gespuckt.
Alzich die Tage da am kucken waah, da stand die Mauer schon wieder halbwegs und für datt nächste Heimspiel gipts wohl kein freien Eintritt. Oder doch?
Schaun mer mal, würde Kaiser Franz, der Unbefleckte, sagen.

Tach auch

 

Ältere Artikel »