Von „Dollo“ bis „Tinni“
3. März 2010 von Juppa
Samma, kannzedich noch anne Schulzeit erinnern? An unsere Paukers? Für alle hattenwe sonnen Spitznamen; manchmal hammwe auch gesagt „Schimpfnamen“. Kurzer kerniger Ausdruck, abba immer treffend.
Genauso wie bei uns anne Ecke. Manchmal waah datt ja nich vorteilhaft, wattwe gesacht hamm, abba treffend waah datt immer. Wenne „Pummel“ gerufen hass, dann waah klar, datte plötzlich sonnen Kawenzmann von 100 Kilo plus vor dir stehen hattes und nich sonnen Schmachtlappen. Und wenne „Schilli“ gerufen hattes, dann waah auch klar, datt dieser Tüp irgenzwatt mitte Augen hatte. Bei „Häuptling Silberlocke“ hasse schomma aus Ehrfurcht vor datt Alter den Kopp nach unten versenkt.
Schlimm waah datt nur bei uns inne Familje. Von Frieda ihre Seite. Mann, da hattense abba hinterde Hand Begriffe inne Anwendung, da musstesse schomma schwer schlucken. An eine entfernte Verwandtschaft kannichmich noch gut erinnern. „Bremse“, hammse datt Frauenzimmer genannt. Datt waah abba auch ne Patty-Bremse, ich sach dir datt. Wenn die bei uns auffe Patty kaam, dann hatt sich jeder schonnen Pullower mehr angezogen. Weil „Bremse“ sonne Kälte an sich hatte, datte gemeint hass, es iss fünf Grad minus.
Klar, datt auch inne Sportvereine die Spitznamen anne Tagesordnung waahn. Kennze noch „Kabba“ Korte? Oder „Baumann“ Heinz Thiesing? Oder „Lajana“ Werner Holbach? Oder „Bosch“ Hans Frochte? Oder „Jan“ Johann Szymczak? Oder „Kips“ Josef Fischer? Oder den „Schwatten“ Helmut Barteit? Oder „Neger“ Jürgen Linnemann? Datt waahn einfach Größen bei uns in Ahlen und jeder hatte die Namen sofort auffe Lippen.
Spitzenreiter in solche Namensgebung waahn damals ganz bestimmt die Sportfreunde Wacker. Mann, hatten die da Namens auffe Leitung. „Dollo“ Brinkmann, „Juppa“ Fliß – mitt den ich abba weder verwandt noch verschwägert bin !!! – „Eusch“ Rüschenschmidt, „Heinta“ Tertilte, „Walla“ Krimphove, „Heiner“ Quante, „Hänsel“ Bus, „Hassi“ Fliß, „Hännes“ Wittling, „Paule“ Stücke, „Pat“ Amen, „Peppi“ Forreyt und „Tinni“ Feldkamp.
Ach, weisse, ich könnte noch Seiten schreiben, Wacker waah datt Eppizentrum vonne Namenskreazjonen. Kreisweit.
Und als dann datt 50. Vereinsjubiläum im Mai/Juni 1970 gefeiert wurde, da konntesse die Namens immer wieder hören und jeder vonne Angesprochenen fühlte sich dann auch angesprochen.
Und alle diese Namens hamm die Jahre komplett überstanden. Wenne heute noch von „Dollo“ sprichs, dann weiß ehm jeder, dattat der Brinkmann vonne Wackeraner waah, also den Verein, woh der Feuerwehrturm, auch Steigerturm genannt, und der Bunker genausonnen Sümbol waahn wie für Berlin datt Brandenburger Tor. Nur mitt den Unterschied, dattse datt Brandenburger Tor nich abgerissen hamm, so wie den Feuerwehrturm, demse 1966 datt Licht ausgemacht hamm, und den Bunker.
Tach auch!
