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Aus, aus, aus…

Hömma, kannze dich noch an den legendären Satz von Hebbert Zimmermann erinnern? Den Rundfunkreporter, alza datt Spiel umme Weltmeisterschaft aussem Wankdorf-Stadion in Bern übertragen hatte und sich am Ende von datt Spoiel förmlich überschlug. Also rein stimm- und sprachlich. „Aus, aus, aus; das Spiel ist aus. Deutschland ist Weltmeister!“ Hatta gesacht und ganz Deutschland stand Kopp.
Auch Hebbert Zimmermann konntes nich fassen. Deutschland waah Weltmeister. Die Herberger-Elf hatte datt Unmögliche möglich gemacht.
Und dieses Jahr? Hömma, datt waah eine Spielerei auf Krücken. Nix lief da, nix kaam zustande und am Ende waahn die Löw-Jungens auffe Heimreise. Gantz ohne Brimborium.

Gestern happich mir datt Spiel „Beaujolais“ gegen „Cevapcici“ angekuckt. Na ja, Tore gaaps ja genug, abba so der Drall waahs nich. Also die Bemerkung kannich mir wohl erlauben. Abba watt solls, die Franzosen sind Weltmeister und datt muss man ehm anerkennen. „Schappoh, schappoh“, wie der Franzose bei sonne Gelegenheit schomma sagen tuht.
Wenn getz unser Bundes-Jogi mit seine Annalüse anfängt und alles mal so richtig unterde Lupe nimmt, dann wird er bestimmt watt finden, watt nich in Ordnung waah, abba dann isses zu spät.
Ja, kuck; und nun müssenwe vier Jahre waaten und dann kuckenwe mal, wer dann wen inne Wüste schickt.
Hoffentlich ixch schon wieder unsere Jungens!
Tach auch

35 Jahre Sportpark Nord

Hömma, hättesse gedacht, datt unsa Stadion im Norden schon 35 Jahre alt iss?
Jau, genau. Am 6. Juli 1983 wurde datt Stadion eingeweiht. Offiziell und mit viel Tamtam. Datt waah damals watt gantz besonderes mittem Stadion und mitte vielen Plätze drumrum. Den Theresienhof hammse noch so nebenbei erhalten als Platz und Spielfeld, dann den Duisburg-Platz, dann den Aschenplatz anne Boskop-Schule mitte Laufbahn und mitte Springfelder.
Ja, und dann der Hauptplatz, datt Stadion mitte Laufbahnen aus Tarzan, mitte große Tribüne und dann noch ein Extra-Feld fürde leichten Athleten zum werfen und zum schupsen vonne Kugeln. Und dann noch ein Platz mit Asche, wo getz der Kunstrasen zu jeder Jahreszeit bespielt werden kann.

Und als gantz besondere Attraktion hammse dann eine Fußball-Mannschaft von Bayer Leverkusen nach Ahlen im Stadion geholt. Gegen eine Fußball-Stadtmannschaft.
Die Ahlener hamm zwar verkimmelt, abba datt waah ja nich datt wichtige. Nache Reden vom Bürgermeister, vom Chef vonne Ahlener Sportlers, dem „Alten“ Willy Massin gings rund mitte Darstellungen aussem Sport.
Hömma, mir geht datt heute noch gruselig den Rücken runter, wie der Sport in seine Vielfalt zelebriert wurde.
Ja kuck. Und getz iss datt Stadion inne Tage gekommen. Die vielen Aktivitäten sind stark reduziert. Schaun mer mal wie datt so weiter geht…
Tach auch!

Halbmast

Hömma, bei uns anne Ecke waah getz drei Tage Staatstrauer. Nachem Spiel gegen datt südliche Korea.
Mann, hatten wir ein Brast. Voll inne Erwartung hattenwe uns alle vor dem Spiel ein deutsches Trikot angezogen, die Fahne auf volle Lotte gezogen und die Tröten inne Hand. Datt Pils waah gut gekühlt und alle hatten die Wetten auf Sieg eingestellt.
Ja, und dann kaam datt Dilemma. Krampf, ein Geschiebe vonne Bälle und zum Schluss dann datt Halleluja mitte beiden Tore. Abba nich für uns. Nee und nochmals nee.
Ich happ sofort zu mein Tönne gesacht. „Hömma, Tönne“, happich gesacht, “ bevor getzt sonn Heijopei vonne Regierung die Staatstrauzer ausgeruft, senken wir eigenmächtig unsere Fahne erssma auf Halbmast!“

Und datt happich dann eine knappe Stunde später auch gemacht. Erssma happich ein Pils und ein Korn auf den Schreck auf ex getrunken. Und dann binnich inne Nachbarschaft gegangen und happ die Kollegfen aufmerksam gemacht, datt die Fahne auf Halbmast musste.
Eines mussich sofort sagen: die Solidarität bei uns anne Ecke iss beispielhaft. Ruckzuck waahn die Fahnen abgesenkt und die dreitägige Staatstrauer fing an.
Ja, watt sollich weiter sagen. Datt Turnier iss aus und vorbei und unser Bierlieferant hatt ganz schräg gekuckt, alzich keine Lieferung mehr inne Order gebracht happ.
Datt iss auch Fußball. Zwar nich vonne schöne Art, abba da musse durch.
Seit gestern hängt eine andere Fahne bei uns am Mast. So als Provokation an unsere Jungens.
Tach auch!

Der Ton macht die Musik

Kannze dir vorstellen, datt appenzu auch mal der richtige Ton für mehr Verständigung sorgt? Hömma, datt iss doch so, wenne sonne Verbotsschilder lesen tuhs. Da kann einem schomma schlecht werden. So rein Ton mäßig.
„Fahrrad anstellen verboten!“, „Schaufenster müssen frei bleiben“ oder „Bleib mit deinen Quanten weg von diesen Rasenkanten!“ Und alles so watt.
Ich kann ja verstehen, datt eine Ordnung sein muss und datt manches Mal die Läutkes verärgert sind über die Gleichgültigkeit vonne Bevölkerung.
Abba, kann man datt nich auch in ein richtigen Ton sagen oder schreiben? Nich immer so ein Pemm-Ton und vielleicht noch mit eine Drohung.

Ja, kuck, so happich auch ein Schild als wohlwollig angesehen, wo in ein netten Ton die Bevölkerung gebeten wird, einfach mal die Verkehrsordnung zu beachten. Denn auf dieses Verkehrsschild steht klipp und klar, datt nur die Fußgänger dieses Pättken betreten dürfen. Und dazu sollen die Hunde anne Leine kommen.
Geht doch? Oder?
So manches Mal wünschte ich mir, datt in Ahlen inne Fußgängerzone alle drei Meter ein solches Schild stehen würde, wenn nämlich anne Marienkirche die Uhr geschlagen hat und kein Fahrrad mehr fahren sollte.
Pustekuchen, da gipptet Läutkes, die fahren Tach und Nacht mit ihr Fahrrad inne Fußgängerzone und kümmern sich einen Dreck umme Regeln.
Nich alle, abba doch einige und da fraach ich mich, op ein nettes Schild in ein netten Ton eine andere Wirkung hätte
meint

Watt denn nu?

Hömma, mitte Verkehrsschilders happich appenzu schomma meine Probleme. Kuckma, da hasse auffe eine Seite ein Überangebot anne Schilders, datte gaanich so schnell kucken kannz und dann hasse auf einmal keine Schilders, dafür steht abba sonne Box annem Straßenrand und peng hasse ein Passfoto, watte im Fotoladen eigentzlich billiger hamm könntest.
Die Tage happich mal am Strand ein Spaziergang gemacht. Und da happich gesehen, datt auch dort alles reglementiert iss und man sich anne Schilder halten muss.
Ich happ mir dann mal so ein Schild genauer reingezogen und happ ma eine Annalüse gemacht. Da gaaps drei Hinweise im Einklang zu bringen: ein Hund, eine Zarette und ein Segler auf ein Brett.

Also, datt mittem Hund happich sofort kappiert. Der hatte wirklich schlechte Karten. Strich durche Rechnung und nix für am Strand, sofern er, also der Hund, datt überhaupt lesen konnte, wenna nich anne Leine vom Herrchen waah.
Und dann die Zarette. Für mich eigentzlich gantz klar; wenne nach links gehs, dann darfse keine Zarette rauchen; Nach rechts wohl, wennich datt Schild richtig kapiert happ. Und wenn du mit dem Segler nich innen Konflikt komms.
Ja, und watt iss mittem Segler? Der durfte nich nach rechts segeln. Vielleicht weila dann mittem Zarettenqualm Probleme krichte.
Ja, kuck. Und da happich vor dem Schild gestanden und happ mir so meine Gedanken gemacht. Bis dann einer vonne Einheimischen kaam und mir versucht hat, alles zu erklären.
Ich happen auch alles bis zum Ende sagen lassen. Und dann happich ihm gesacht: „Kollege“, happich ihm gesacht, „weisse, eigentzlich interessiert mich datt gaanich. Ich happ kein Hund, bin kein Segler und rauchen tu ich auch nicht!“
Tach auch

Hömma, hasse schon alles vorbereitet fürde nächsten Wochen, wenn der Ball wieder rollt? Also den Kasten Bier kalt gestellt, die Schipps auf Vorrat gekauft und im Umfeld von dein Fenrseher nix greifbares für am wegwerfen, wenn der Elfer verschossen wird?
Ich happ auf jeden Fall in meine Freizügigkeit meine Frieda schomma empfohlen ein Kusinentreffen einzuberufen. Nich bei uns, abba in Schalksmühle, woh Friedas älteste Kusine wohnt. Weisse die, die mitte Ohren alles nich mehr so mitkricht.
Frieda iss noch am zögern, abba ich happ ihr in meine Großzügigkeit ein Fahrtkostenzuschuss in Aussicht gestellt. Also ein  Zuschuss, wenn Deutschland nich im Finale kommt. Denn dann spaah ich ja richtiges Geld, wattich im Grunde ja gaanich will.

Letztes Mal happich alle Wetten sowatt von versemmelt, dattich schwer inne Rücklage greifen musste. Erss recht bei den 7 : 1 gegen die Brasilieros. Datt hatt echt ein Loch in meine Kasse gerissen.
Ja, kuck. Und dieses Mal happich schomma eine Sparwoche nache andere eingehalten und happ schomma watt auffe Patte, wenn sonne Spiele sich wiederholen. Mann weiss ja nie.
Bei Tönne hängt schon alles im Flur fettich und bereit. Er wartet nur auffen ersten Anpfiff vonne WM und dann raus ausse Verdeckung. Fahnen, Tröte, Leuchtraketen und alles sonn Firlefanz für am Lärm machen.
Und ich? Ich happ schomma die Schuppkarre inne Einfahrt gestellt fürde Kästen auf Vorrat.
Ma kucken, wie alles läuft. Auf jeden Fall werdich Sepp Herberger ein Ständchen geben in Andenkung an seine Schlacht im Wankdorf-Stadion. Ja, hömma, datt iss echte deutsche Geschichte. 1954 und so.
Tach auch!

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