Bei Wänna iss alles Gold, watt glänzt!
9. Februar 2010 von Juppa
Samma, die Tage waahn ich und mein Juppa inne Goldschmiede bei Werner Fischer ihm sein 80. Geburtstag. Sonne richtige goldige Pattie.
Kannzedir vorstellen, datt Juppa und der Wänna Fischer watt gemeinsam hamm? Beide sind nämlich ne Null. Wänna im Januar zum achten Mal, Juppa demnächst zum siebten Mal. Zudem sindse beide von auswärts und somit keine echten Ahlener Poahlbörger. Und trotzdem hammse in Ahlen mitt ihre Hände Aabeit watt auffe Beine gestellt, jeder auf seine Schiene. Und sowatt verbindet ehm.
Alz nun die Tage Wänna Fischer fraachte „Juppa“, hatta gefraacht, „kannze bei mein Geburtstag sonne geflügelte Rede halten?“, da hatta natürlich erssma schwer nache Luft gehechelt und ich binn mitt ihm sonne Runde inne Stadt am überlegen gegangen. Genau gesacht: wir waahn für am nachdenken auffe „Via Dolorosa“, also auffe Oststraße direkt bei Wänna ihm sein Laden. Ich happ sofort zu Juppa gesacht: „Juppa“, happich gesacht, „datt iss abba nen richtigen Kaliber, sonne Rede! Da kannze nich einfach Schmonses schnäbbeln oder einfach rumlabern. Da muss schon Schmand anne Pommes, weilwe da ja inne hohe Gesellschaft sind!“
Datt erste watt Juppa getan hatt, waah im Internet am kucken bei seine intime Freundin Frau Guggel. „Wer iss Wänna Fischer?“ hattase gefraacht.
O, mein lieben Gottfriedkuhlmann. Über 600′000 mal gippts den Werner Fischer in Deutschland bei Frau Guggel. Zwar kein Vergleich zu Meyer, Müller, Schulze, Schmidt in Deutschland. Abba 600′000 mal datt waah einfach zuviel für am nachkucken.
Dann hattich ne zündige Idee: „Sach doch einfach watt über den Wänna ihm sein Lehm. Wanna geboren iss, welche Schuhgröße er hatt und wie ihm sein Frisör heißt. Weisse, sonne Geschichten sind doch immer nen perfekten Brüller.“
„Ach, weisse, Frieda“, hatt Juppa sofort gesacht, „datt iss wie Panhas am Schwenkmast. Damit kannze keinen ausse Ecke ziehen. Wänna iss 80, wohnt in Ahlen, hatt sonnen Klunkerladen, iss 1953 nach Ahlen gekommen, waah 1958 Karnevalsprinz, hat 1984 datt Goldmuseum eröffnet, dann sonne Akademie für Europa und zwischendurch hatta einfach mal sonne dicken Pöhle in seine Einfahrt gestellt, weil eina mitt sein Auto mitt Schmackes im Geschäft fahren wollte, um die Parkgebühren zu sparen. Und datt waahs. Nee, ich brauch watt anderes.“
Und so issa auffe Idee vonne Sprüche gekommen. Nich sonne Zitate von Giovanni Trappatoni oder Franz Beckenbauer oder Dieter Bohlen, diese modernen Sprücheklopper. Nee, Wänna hatt da schon watt inne Schupplade, watt nich jeder hatt. Echte Sprüche mit echten Spirrit; dazu Sprüche, die man nich umdeuten kann, so wie damals bei den Tschörtschill; also den Dicken mitte Hawanna im Mundwinkel. Watt hammse dem nich alles untergejubelt nach seine weltberühmten Worte „no sports“? „Sport iss Mord!“ hammse daraus gemacht und sonnen Scherzkeks hatt dann noch einen draufgesetzt mit „… und Breitensport iss Massenmord“.
Nee, bei Wänna brauchse einfach Sprüche ausse jüngste Zeit, nich aus seine stürmische Drangzeit, sondern aus sein reifes Alter.
Bei Wänna ihm sein Silberjubiläum von ihm sein Goldmuseum hatta in seine Rede an datt Volk gesacht: „Die Stadt Ahlen hat mir ein Feld zum Beackern gegeben und das habe ich gern getan!“
Hömma, datt issen Spruch, den kannze in Ahlen abba so manchen Bürger mal unterde Nase reiben tun. Ja, genau datt isses. Die Stadt Ahlen iss ne gute Stadt und in Ahlen gippts viele, viele Möglichkeiten für am wirken. Man musses nur ehm wollen und dann auch tun. Und Wänna hatt datt getan. Mitt seine eigene Hände. Und watt iss dabei rausgekommen? Wänna hatt ausse ehemalige Kneipe, die „Stadtschänke“, nen Museum mit Goldglanz gemacht. Also sonn echten Juwel mit Juwelen.
Und selbs vor kurzem hatta dann noch sonnen markigen Spruch abgelassen: „Man muss an Ahlen einfach glauben!“ hatta gesacht.
Wieder mal sonnen echten Schlach auffe Zwölf. Ja, man muss einfach an diese Stadt glaum, so wie Wänna. Nich immer fragen, wann werden die gelben Säcke abgeholt oder warum iss die Weihnachtsbeleuchtung so sparsam oder wo kannze ne Runzelkarte für Senioren auf lau kriegen. Nee, nee, Wänna weiß genau, datt eins plus eins zwei gippt, und datt datt „plus“ immer bedeutet, datte selbs watt dazu tun muss. Nich inne Bude rumhocken, durche Programme im Fernsehen zappeln und warten, datt die anderen watt anpacken. Selbs inne Hände spucken und watt ausse Stadt machen, datt iss Wänna ihm sein Motto.
Denn nur mitt Läutkes, die anne Stadt glaum und selbs inne Hände spucken, iss auch alles Gold, watt glänzt,
meint auch
Frieda
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