Träne im Knopploch
18. Februar 2010 von Juppa
Samma, alzich 1970 mitten inne Nacht von Silvester auf Neujahr mitt meine Frieda auf ein weiteres Jahr „Nichtangriffspakt“ angestoßen hatte, happich ihr so mittenmang gesacht: „Frieda“, happich ihr gesacht, „1970 wird watt ganz besonderes!“ Ich hatte datt irgenzwie im Gefühl.
Und pemm, kaum hatte datt Jahr angefangen, les’ ich inne „AV“, datt die leichten Athleten in sonne Art Vereinigung mitte TuSler aus Heessen gegangen waahn. Sonne LG hammse datt genannt. Und da bekanntlich kleine Ereignisse schon sonnen großen Schatten auffe große Ereignisse werfen, konntenwe ja noch einiges erwarten.
In diese Tage feierte die LG datt Vierzigjährige vonne LG. Und bei diese Gelegenheit hammse sonne gantz große Ehrung für einen gemacht, der bestimmt schon sonn paarmal umme Welt gelaufen iss. Bildlich natürlich. Den Peter Wechler.
Ja, den Peter Wechler iss sonnen Läufer, der datt mal sonnen alten Krieger in Griechenland apgekuckt hatte, alz der von Marathon nach Athen gelaufen iss. Über 40 Kilometer sind datt. Also einmal IKEA und zurück. Und der Peter Wechler hat diese gantze Strecke in zwei Stunden und dreißig Minuten gelaufen.
Hömma, weisse eigentzlich wattat iss? Ich bring mal sonnen praktisches Beispiel. Wenn meine Frieda zu Weihnachten ihren Truthahn inne Bratröhre schiept, dann dauert datt inne Regel zwei Stunden und dreißig Minuten. Abba diese Zeit wird zellibriert, datt kannich dir sagen. Also; Frieda schiept den Truthahn innen Backofen, macht die Lampe an und die Heizung auf volle Pulle. Und dann sitztse vorde Bratröhre und kuckt sich datt Geschehen an. Die Tür vonne Küche ist fest verrammelt, datt keina meine Frieda bei ihr Zellibrieren am stören fängt.
Zweieinhalb Stunden isse am kucken, wie alz wennse vorm Fernseher sitzt. Datt tu ich in diese Zeit dann auch gantz genüsslich. Rosamunde Pilcher oder Utta Danella auf SATT Eins, wohse immer die Werbepausen hamm, datte dir dann schnell noch sonn neues kühles Püllken holen kannz. Getz kannze dir vorstellen, datt diese Truthahn-Zellibrierung bei mir immer sehr willkommen iss. Ich happ meine Ruhe, happ gute Unterhaltung und happ meine Pülleken anne Seite. Und Frieda sieht alles am brutzeln. Jede hat seine eigene Röhre, weisse.
Ja, kuck und getz hat dieser Peter Wechler gesacht: „Schluss!“ hatta gesacht. Nich, weila die Faxen dicke hatte. Nee, weisse, datt Lehm hat auch andere Herausforderungen und die wollta sich stellen. Punkt.
Und so hattenwe inne letzte Woche alle sonne Träne im Knopploch: kein Peter mehr am laufen, kein Peter mehr am Listen schreiben, kein Peter mehr am Siegerpodest für am ehren.
Tut schon weh, mussich sagen. Abba, mal ehrlich: wenn einer so lange im Ehrenamt am wullacken waah, dann hatta auch mal datt Recht für am aufhören. Der Boss vonne leichten Athleten hat den Peter dann auch gantz fest inne Arme genommen und auffe Schulter gekloppt. Datt tut man ehm, wenn einer aufhören tut.
Tach auch!
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