Hut ab, Jörg Böhle
30. Juni 2010 von Juppa
Samma, hasse datt mittgekricht? Von den Jörg Böhle ihm sein Rücktritt? Letzte Woche waah für ihn Ultimo. Und aus den Anlass hatta nochma sonne richtige Patty geschmissen. Mit all seine Fänns, mit seine Mannschaft und mit seine langen Wegbegleiters.
Ich kann mir so richtig vorstellen, wie sonnen Abschied dann iss. Weisse, wie bei den Ottmar Hitzfeld in München, alza nich mehr richtig im Mikrofon sprechen konnte vor lauter Rührung.
Ja, kuckma, so wie bei Jörg Böhle auch. Fußball iss ehm sein Lehm und mehr als 40 Jahre isser im Verein Vorwärts. Er hat auffen Platz gestanden, die letzten 25 Jahre bei insgesamt sechs Vereinen als Trainer. Bei Wind und bei Wetter. Und alles hatta mit durchgemacht. Siege, Niederlagen und viele schlaflose Nächte, wenna nich mehr wusste wie er seine Spieler mottivieren konnte.
Ich happ zu mein Tönne gesacht: „Tönne“, happich gesacht, „ein Trainer iss mehr als nur sonnen Mannschaftsaufsteller und dann am Sonntag nur anne Seitenlinie rumbrüllen und hin- und her tigern.“
Nee, nee, sonnen Trainer will erssma geboren werden. Weisse, so vonne Persönlichkeit her. Da kannze nich mit Schnott anne Nase und ungekämmte Haare auffen Platz kommen. Ich bitte dich; dann bisse abba ruckizucki vonne Platte. Für sonnen Trainer musse die innere Berufung hamm. Dann fängse am lernen und am probieren. Wenne datt so einigermaßen inne Theorie begriffen hass, dann kommt die Praxis. Und dann merkse klipp und klar: ‚Theorie iss grün und Praxis iss grau!’
Watt nützt dir datt Gantze, wenne alles inne Birne hass und auffem Platz am stottern fängs. Nee, du muss immer die Jungens mottivieren und anheizen, so wie der Jörg Böhle datt 25 Jahre getan hatt. Und getz iss bei ihm nich „Flasche leer“ wie bei Giovanni Trappatoni. Nee, bei Jörg Böhle iss „Akku leer“.
Ja, datt mitte Mottivation iss genauso wichtig wie Zucht und Ordnung inne Bande. Und datt hatta aussem Effeff beide Bundeswehr gelernt, wo er ja seine Brötkes verdient hatt.
Den „Hut ab“ vor Jörg Böhle musse immer wieder ziehen, wenne anne beiden letzten Jahre von ihm seine Trainertätigkeit bei Vorwärts Ahlen denken tuhs. Zweimal waahra auffe Zielgeraden; zweimal konnta Meister werden. Zweimal hatta inne Röhre kucken müssen. Und trotzdem hatta seine Jungens immer wieder mottiviert und beide Stange gehalten. Samma, datt iss doch ne Glanzleistung, wohde einfach den Hut ziehen muss.
Getz geht Jörg Böhle inne sportliche Rente und statt mittem dicken Lederball spielta getz mit den kleinen Tennisball. Denn Sport iss und bleibt den Jörg Böhle ihm sein Lehm.
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