Angefangen hatte alles 1992. Im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen in Barcelona erschien im Sportteil der „Westfälischen Nachrichten“ eine Glosse, die in Ruhrdeutsch gehalten war. Es ging um die Spiele, die allesamt „anne Schranke“ beobachten wurden. Dieser Artikel brachte dann Dieter Massin, alias JUPPA, „am Grübeln“.
Bereits im September desselben Jahres nahm das Projekt „JUPPA“ Formen an. In der Nachbarschaft zu JUPPAs Heimatort Ahlen verpflichtete der Sportverein „SpVgg Beckum“ einen neuen Trainer, der sogleich seine Feuertaufe im DFB-Pokalspiel „SpVgg Beckum gegen SV Werder Bremen“ bestehen musste. Lothar Huber hieß der Trainer, der mit seinem BSV zwar mit 0:7 unterging, für JUPPA aber war es die Geburtsstunde: „Wenn der Huber mitte Tuba“, so hieß der erste JUPPA, der in der „Ahlener Volkszeitung“ (AV) veröffentlicht wurde.
Dann ging es Schlag auf Schlag; in der Redaktion der „AV“ waren die Sportberichterstatter Herbert Rüsing (siehe Foto oben links) und Franz Prinz von den JUPPA Geschichten begeistert und „erteilten“ JUPPA den Auftrag für eine wöchentliche Kolumne.
Immer dienstags wurde eine Glosse von JUPPA veröffentlicht. Auf der lokalen Sportseite, unten rechts, einspaltig. Versehen mit einer Karikatur: „Jetzt spricht JUPPA“
Neben lokalen Bezügen hatte JUPPA von 1992 bis 1995 auch Sportereignisse regionaler und nationaler Bedeutung aufs Korn genommen, immer angereichert mit seinen Sprüchen, die im Ruhrpott üblich sind und die keiner Erläuterung und Erklärung bedurften. Manches Mal ein wenig platt, dann klischeehaft, dann aber auch so ehrlich wie der Ruhrpottler nun einmal ist.
Sprachlich sind die JUPPA Geschichten dem Dialekt des Ruhrgebiets angepasst, wenngleich JUPPA seine eigenen Sprüche hat, seine eigene Version ausprägt und mitunter in der Schreibweise sehr moderat auftritt.
Stets ein Geheimnis blieb es, wer unter dem Pseudonym JUPPA die Glossen schrieb. Alle hielten „dicht“: die Redaktion der „AV“ und die Familienmitglieder um JUPPA. Niemand gab die Identität von JUPPA preis. Über drei Jahre hielt diese Vereinbarung. JUPPA wurde immer bekannter und immer mehr Leser wollten JUPPA persönlich kennen lernen. Doch vergebens.
Versiert war JUPPA allemal. Hinter dem Pseudonym verbarg sich Dieter Massin, ein Ahlener Sportlehrer und Multifunktionsträger, der die Sportszene in Ahlen seit Ende des zweiten Weltkrieges mit verfolgt hatte, selbst im Sport aktiv war (Handball, Leichtathletik) und dann als Funktionsträger nahezu alle möglichen Institutionen und Organisationen des ehrenamtlichen Sports kennen gelernt hatte – und dort auch heute noch mitgewirkt.
Zu guter Letzt ‚musste’ eines Tages das Geheimnis um JUPPA aufgelöst werden: JUPPA hatte der Herausgabe eines Buches zugestimmt. Zusammen mit Uwe Gehrmann (zuständig für Zeichnungen aller Art, siehe Zeichnung Mitte oben) und mit großzügiger Hilfe des Aachener Meyer & Meyer-Sportverlages erschien 1994 das Buch, das in der Buchhandlung B. Sommer, Ahlen, zusammen mit dem Verleger Hans Jürgen Meyer vorgestellt wurde (Titel: „JUPPA-Geschichten – Sport zum Schmunzeln“). Am Tag zuvor war das Buch im Schaufenster der Buchhandlung ausgestellt worden und häufig war von erstaunten Passanten zu hören: „Datt gippt’s doch nich!“
Zehn Jahre später ergriff Juppa (sic!) erneut die Feder; das Ehrenamt, schon immer sein Steckenpferd, lag ihm so sehr am Herzen, dass er darüber schreiben musste. Mit im Boot dieses Mal Herbert Rüsing, ein echter Kenner der lokalen und regionalen Szene. Seit Juli 2005 schreiben beide nun Woche für Woche Juppa-Geschichten zum Ahlener Sport und nehmen regionales und nationales Sportgeschehen aufs Korn, stets bestens recherchiert. Immer donnerstags, unten rechts auf der Sportseite der „Ahlener Zeitung“ („AZ“) – vormals „Ahlener Volkszeitung“ („AV“).
Ziel der Juppa Geschichten ist es nach wie vor, die Leser mit Sportgeschehnissen zu unterhalten. Immer in der Juppa „seine“ eigenen Sprache, dem Ruhrdeutsch. Diese Geschichten sind nun auch seit November 2007 unter www.juppa.eu im Internet nachzulesen. Neben dem Sport wird zunehmend auch das „Ruhrgebiet“ Juppas Geschichten begleiten. Ein Buch oder gar mehrere Bücher (evtl. auch Hörbücher) werden zwangsläufige Folge dieser Episoden der etwas anderen Art sein.
2 Reaktionen zu “A-Z”
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Hallo, durch einen guten Freund aus Gütersloh habe ich Sie entdeckt.
Mein Vater kommt aus Ahlen und Sie können sich nicht vorstellen, wie mich diese Texte aufgeheitert haben. Ich wohne seit 45 Jahren in Paris und ich kann Ihnen sagen, daß meine Eltern immer dann den Ahlener Dialekt sprachen, weil sie annahmen, daß wir Kinder dann nichts verstehen würden, aber ….. Kinder lernen ja schnell und natürlich haben wir alles verstanden uns das aber nie anmerken lassen. Ab heute werde ich eine treue und regelmäßige Leserin von Juppa werden. – Bravo
Ich freue mich schon auf den nächsten Text.
Hallo Dieter,
wenn du glaubst, ich bin einseitig auf Sport ausgerichtet, so irrst du.
Glück auf
Bernd