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Nostalgie mit alte Autos

Hömma, noch heute binnich mein Kumpel Tönne dankbar für ihm seine Idee, sonne alten Autos ankucken. Nich kaufen; denn sonne Kutschen kannze nich bezahlen.
Weisse, datt sind sonne Autos, die auffem Kennzeichen am Ende ein „H“ stehen hamm. Tönne meint immer, datt dat „H“ hysterisch heißt, weilse alle hysterisch werden, wennse so ein Auto sehen. In echt heißt datt „H“ abba historisch, weil die Autos alle ausse Historie kommen.
Ja kuck und da waah ich die Tage mit Tönne in eine sonne Ausstellung vonne historischen Autos.
Zu die selbe Zeit waah sonne ausländische Gruppe inne Ausstellung und ließ sich alles erklären. Opel Kadett, NSU (fährt ab und zu, alle 100 Meter, stehta), Badewannen Ford, Käfers, BMW-Isetta, der Adventswagen mit „mach hoch die Tür“ und ein Messerschmitt, also der Flitzer unter diese kleinen Autos.
Und schwupps saß einer vonne prominenten Sportlers in so ein Auto. Ich happ sofort gerufen: „Kollege, pass auf, da kommse von alleine nich wieder raus!“ Abba da waahs schon zu spät. Der Prommi-Sportler saß mittendrin im Auto, ohne Schuhanzieher. Die Klappe hatta vorsichtshalber nich zu gemacht wegen der möglichen Atemnot.
Wir hamm alle am Rand von den Messerschmitt gestanden und hamm mitte Hände geklatscht. Ein Bild für die Götter, wie der Prommi wie Graf Kocks am Lagerfeuer saß.

Bis dann der Moment kaam, wo der Prommi aussteigen wollte.
Als op ichs geahnt hätte, der Kollege saß fest und alle Versuche vonne anderen Sportlers ging ins Leere.
Ich sach so zu mein Tönne „Hömma, Tönne,“, happich gesacht, „wenn getz Heini Czibolleck hier wäre, dann könntenwe ja ihm sein Kranwagen holen, weisse, den, der schomma den Sattelschlepper ausse Olfe gezogen hatt! Abba getz?“
Nun kennze ja nich die Sportlers unter sich; die kennen sich, die helfen sich und die Kollegen vonne Ausstellung waahn auch nich von gestern. Nur mittem Vorschlag, den Messerschmitt auffem Kopp zu stellen, datt wolltense nich. Wegen der Klappe und der Bruchstelle.
Abba mit viel Hauruck und appenzu ein Pilsken als Mottivation iss alles gut gegangen.
Ja kuck und ich waah mein Tönne dankbar für den Ausflug inne Nostalgie und fürde Bekanntschaft mit so ein Prommi, der im Messerscmitt eingeklemmt waah.
Tach auch

 

 

Foto: Gerhard Draschowski

Sportwoche mit Herz

Hömma, in diese Tage gehts wieder rund auffem Lindensportplatz. Vorwärts feiert wieder eine Sportwoche. Tach für Tach iss watt loos auffem Platz im Schatten von unsan Rathaus.
„Wir sehen uns am Platz“, so hat der Vereinspräses in sein Vorwort geschrieben. Und datt meint er auch so, denn inne Sportwoche vonne DJK Vorwärts iss imma watt loos. Seit Jahren.
Ja, kuck, der Verein, also die Vorwärtsler, iss inne direkte Vorbereitung auf ein großes Fest. Im nächsten Jahr wird dieser Verein blanke 100 Jahre alt und so sindse getz schomma am üben, wattse da alles so auffe Platte bringen. 13 Abteilungen hammse in den Verein, von Basketball bis Volleyball. Und überall iss immer watt inne Gänge, wennse am spielen und am trainieren sind.
Klar, und wennse dann ihr Jubiläum feiern, wollnse alle ihr bestes gehm, um inne Bevölkerung noch mehr inne Wahrnehmung zu kommen.

Also hammse nach ihr Heft für am Karnevall getz eine Heft mitte Sportwoche; pickepacke voll mit Berichte, Werbung und Hinwesie, wann watt und wo loos iss.
Verlass dich drauf, ich geh da auch ma hin, denn früher happich selps mal auf den Platz gestanden, als Pennäler vonne Penne nebenan und dann kommen da die Erinnerungen so inne Höhe. Schwatter Aschenplatz mit Asche von unsere Zeche. Marke „Brech drei“ und Rasen anne Seite, wohse im Anfang noch mitte Sense datt Gras flach gehalten hamm.
Vom 25. bis 31. Mai iss die Sportwoche, datt Vereinsheim iss auch geöffnet und ein lecker Pilzken schmeckt auch gut, wenn alles rund läuft.
Tach auch!

 

Plakate als Zeitzeugen

Hömma, kennze alle die Läutkes, die immer mit ihr Bilder-Album durche Gegend laufen und dann zu jedes Bild eine Geschiche erzählen können? Datt iss einfach toll, welche Geschichten da zu hören und zu sehen sind. Und immer kommen dann die Erinnerungen inne Erinnerung, weil datt einfach Geschichten sind mit viele Emotionen und Erlebnisse. Ausse Kindheit, ausse Jugend und alle diese persönlichen Klamotten.
Getz hatte datt Sportarchiv mal eine neue Idee. Datt Archiv hat Plakate gesammelt. Datt älteste waah aussem Jahr vor dem 2. Weltkrieg. Also ein Plakat von annotuck. Und dann viele Plakate ausse Zeit nachem Krieg. Vom Handball, vom Fußball, vonne leichten Athleten, vom Boxen, vonne Turners und alles sowatt.

Im Mittelpunkt waah dabei ein Plakat vom Boxen, als der Norbert Nieroba vor genau 20 Jahre Weltmeister wurde beide Profis. Hömma, da krisse Ehrfurcht, wenne so watt siehs und dann den Boxer auch noch persönlich inne Augen kucken kanns.
Ja, kuck; so iss datt Sportarchiv mit seine Ausstellungen ein lebendiges Lexikon und mit viele Erinnerungen anne sportlichen Höhepunkte in Ahlen.
Tach auch!

Es iss wieder da!

Hömma, wenne heutzutage so anne Jahnwiese vorbei komms, dann überfällt dich eine tiefe Trauer. Da wird getz gewühlt, die Erde aufgelockert und Gräben gebuddeelt. Und vom Platz?  Ja, da siehse so gut wie gaanix mehr.
Und dabei waah doch dieser Sportplatz, also die Jahnwiese, mal datt Prunkstücke vonne Sportplätze in Ahlen. Handball, Fußball, Leichtathletik. Alles in Hülle und Fülle und in eine Qualität, wie man sie in Ahlen nich oft zu sehen bekaam.
Und getz? Baugebiet für Häusers und für Straßen. Kein Grün mehr, keine Zuschauers mehr, keine Tore mehr. Alles wech.

Wech waah auch eine Zeitlang datt Schild überm Eingang zur Jahnwiese. Erss Wacker 20, dann Ahlener SV. Und genau dieses Schild vonne ASV iss getz wieder aufgetaucht, so zum richtigen Zeitpunkt, um den Eingang in seine Pracht nostalgisch wieder auferstehen zu lassen.
Ich kann mir getz schon vorstellen, datt dieses Eingangsportal eines Tages noch zum Wallfahrtsort erklärt wird. Wenn die alten Wackeraner und die alten ASVer eine Begegnungsstätte brauchen, wohse alle hinkommen und anne alten Zeiten sich erinnern tuhn.
Verlass dich drauf; irgendwatt wird damit noch passieren. Ich happ da so ein bestimmtes Gefühl.
Tach auch!

Hömma, weisse eigentzlich, watt schlimmer iss als wie eine Niederlage inne Schampus-Liga? Datt iss, wenn der PC inne Dutten iss. Da hilft auch kein Pilzken extra oder eine Flasche von ein strammen Korn. Datt iss Weltuntergang inne Reinkultur.
Und so watt hatte ich die letzten beiden Wochen. Auf einmal waah datt Licht aus. Nich inne Bude, nee am PC. Kein Licht, keine Tasten mehr, keine Internetseite.
Ich waah sowatt vonne Socken, datt selps meine Fruieda schon den Notarzt rufen wollte. Panik, Herzrasen, Schluckbeschwerden. In ein Atemzug.
Watt happich gemacht? Sofort mein Enkel auffem Handy angerufen. Der waah zwar noch inne Schule, abba dafür müssen die Lehrers auch mal Verständnis hamm. Hattense abba nich und ich musste warten. Und dann kam das Todesurteil: „Oppa“, hat mein Enkel gesacht. „Datt Ding iss wohl inne Dutten!“ Peng, datt sahs wie ne Ohrfeige aus meine eigene Schulzeit.
Watt tun? Watt machen? Wie gehts weiter. Ich waah völlig am Ende.

Klammheimlich und stickum hatt sich mein Enkel den PC unterm Arm geklemmt und iss inne nächste Werkstatt damit. „O, o“, hammse da gesacht. „Datt iss ja ein Schätzken aussem Mittelalter. Opwe dafür üerhaupt noch Ersatzteile hamm. Da müssenwe erssma auffem Schrottplatz“. Und in diese Töne hammse sich geäußert.
Zwei Wochen binnich inne Bude rauf und runter gelaufen. Bis gestern, als wo mein Enkel mittem PC unterm Arm inne Tür stand. „Oppa, du bissen Glückpliz“, hatta gesacht. Und dann hatta den Riemen auffe Orgel gelegt und schwupps iss mein Spielzeug wieder inne Gänge gekommen.
Ja, kuck; getz kannich wieder schreiben und schreiben und so meine Gedanken auffen Markt werfen.
Tach auch!

Hömma, kannze dich noch anne Zeiten erinnern, wenn ein Lautsprecher inne Wirkung kaam? Und wenn man dann ein Mikrofon benutzte?
Datt waahn echte Welten. Große dicke Püster als Lautsprecher, und ein Mikrofon, dann hasse richtig Angst gekircht, weil datt so groß waah.
Ich happ da immer noch die Jahnwiese im Gedächtnis, wenn „Bosch“ Frochte am Mikrofon kaam und dann eine Durchsage machte. Oder auffem Marktplatz, wenn da bei eine Veranstaltung einer am reden fing.
Und heute?
Da kannze alles schon in ein Klammerbeutel packen. Also datt Mikrofon und datt Aufnahmegerät dazu. Und wenne mal zwischendurch alles auffem Lautsprewcher hamm willz, dann musse ein Extraknöppken drücken und dann hörsse deine eigene Stimme. So iss datt ehm mitte Technik inne heutige Zeit.

Ich happ die Tage mal so eine neue Maschine gesehen. Also ein Mikrofon, eine Aufnahmemaschine und ein Lautsprecher. Alles in eins. Und dazu noch so ein Stöcksken, damitte keine Probleme hattest mit den Gewicht und fürde Ballanze. Und dabei iss alles so spuchtich und so klein. Für eine Westentasche im Sonntagsanzug.
Ja kuck, so hat sich die Technik geändert. Wenn der „Bosch“ Frochte von Radio Vieten datt mal mitgekricht hätte, der wäre als Technicker glatt vom Glauben abgefallen.
Tach auch!

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