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Luftlöcher auffem Platz

Hömma, da steh ich die Tage auffem Platz und komm aussem Staunen nich raus. Stehen da so Luftlöcher vor mir, so wie eine Fatta Morgana inne Wüste.
Ich sach noch zu mein Nachbar. „Hömma“, happich bei ihm gesacht, “ iss datt eine Fatta Morgana oder iss datt eine Reihe von durchsichtige Spieler?“ Ehrlich, ich waah völlig verdattert über datt, watt da so vor mir stand. Mein Nachbar hat in den Moment datt einzig richtige gemacht; er iss auffe Luftlöcher zugegangen, hattse ein freundliches Wort gegönnt und dann hattase angeschupst. Also richtig mit eine Hand angepackt. Keine Reaktion, kein Mucks, kein Laut.

Ja, und dann sindwe beide auf diese Figuren, also diese Scheinheiligen zugegangen. Datt erste, wattich gemacht happ, datt waah ein Tritt vorm Schienbein. Jeder normale Mensch hätte geschrieen und mir ein inne Fresse gehaun. Nix, wirklich nix. Im Gegenteil; dadurch dattich nich meine Schuhe mit Stahlkappe anhatte, krichte ich den Rückschlag und merkte den Schmerz in mein Fuß.
Watt hammwe dann gemacht? Wir sind beim Platzwart gegangen und hamm den erssma gefracht, watt datt für Luftlöcher auffem Platz sind. Und der, also der Platzwart, hat uns dann aufgeklärt. Vonne neue Spieltechnik, vonne neue Trainingsmethode von den Trainer und so.
ja, kuck, man kann ja nich alles wissen und so appenzu sollte man ruhig auffem Platz gehen und beim Training zuschauen. Es hat sich doch viel getan inne Trainingsgestaltung. Nich so wie früher. WM-System und Sepp Herberger. Alles iss moderner geworden. Auch datt Training und die Geräte.

Tach auch!

Willkommen im Biergarten

Kannze dir vorstellen, datt eine Kuh dich am Eingang zum Biergarten begrüßen tut?
Hömma, ich würde die Frage nich stellen, wennich nich meine praktische Erfahrung selbs gemacht hätte.
Ich und mein Juppa haben den Sommer ein Biergarten nachem anderen abgeklappert. Wenn datt Wetter mal gut waah. Vom Flöz biss inne Langst, von ein Vereinsheim in datt andere. Immer unterwegs mit unsa Fahrrädsken.
Bis wir dann auf einmal von eine Kuh begrüßt wurden. Keine echte Kuh, nee so eine wie aus Plastik. Und die hat uns angegrinst, so als opse uns die Tür aufhalten wollte.

Abba am letzten Ende waah dann alles gut. Datt Pilsken waah von eine gute Sorte, schön kühl. Genauso wie datt Wetter. Abba watt willze machen, wenn die Sonne mal wieder inne Sparwochen verschwunden iss.
Ja, kuck, da hammwe inne Richtung vonne Biergärten mal watt besonderes gefunden. So ein Geheimtipp. Und vor allem eins musse auch wissen: Wenn einer sacht „Hömma, du blöde Kuh, machma die Tür auf!“, dann glaup ma janich, dattse den im Biergarten reinlassen,
meint

Laufen in seine Vielfalt

Hömma, getz glaupma janich, datt laufen einfältig iss. Von diese vermeintliche Einfalt gippts eine solche Vielfalt, die nahezu ungeahnt iss.
Kuckma, ich happ da sonn Beispiel vonne Vielfalt. Und datt kaam so: Tönne bei uns ausse Nachbarschaft brachte mich auffe Sprünge, weil von ihm seine Frau die Schwägerin ihr Enkelkind hat ein Freund. Und der iss ständig am laufen. Getz nich so datt laufen, watt Tönne und ich immer machen für ein Bier anne Bude. Nee, dieser Freund iss praktisch mitte Laufschuhe schon auffe Welt gekommen. Der iss am watzen von morgens bis abends.
Früher hatta nur den Sportplatz im Kopp gehappt und iss da umme Bahn gerannt wie ein Verrückten. Und immer linksrum, weil datt beide leichten Athleten so üblich iss. Seit kurzem issa nun im Berliner Park auffe finnische Bahn am rennen. Zu allem noch eins drauf hatta vor kurzem in sein Urlaub auf eine Insel auch noch den Strand in seine Vielfalt entdeckt. Richtig begeistert waahra alza aussem Urlaub zurückgekommen iss. „Der Sand waah so richtig körnig“. Hatta geschwärmt. „Dazu diese Schonung vonne Gelenke, die dann leicht im Abgang waahn“. Und alles sonn Zeuch waahra am schwärmen.

Ich happ zu Tönne gesacht. „Hömma“, happich gesacht, „bei dem sind die Glückshormone wohl geradee auffe Hochzeitsreise; anners kannich mir sonnen Schmarren nich anhören“.
Weisse, nix gegen Sport und Laufen und Watzen. Und dazu die Vielfalt vonne Variationen. Abba bei uns auffem Lindensportplatz oder im Stadion kannich meine Glückshormone auch wiederfinden. Und datt schon nach eine Runde umme Bahn.
Tach auch

Hömma, um ein Haar hätte ich die Jahreszeit verpasst. Also die Jahreszeit für am Kastaniensammeln. Datt machich schon seit Jahr und Tach. Immer zusammen mit Tönne und mitte Enkels.
Ich weiß nich, wie oft ich schon datt ganze Sammeln verflucht happ. Nich vonwegen mitte Sammelei und fürde Enkels. Nee, weilich ja auch immer inne Bückhaltung muss. Und weisse watt datt heißt?
Datt heißt = am nächsten Tach und inne nächste Woche noch spürsse datt Bücken im Rücken.
Weisse allein schon immer die Bemerkung vonne Enkels: „Oppa Juppa, kuckma da vorne liecht eine Kastanie. Kannze die mal aufheben?“ Klar, machich natürlich, beide Enkels willze ja auch nich so schnell klein bei tun. Abba dann der nächste Morgen. Jede einzelne Kastanie kommt dir dann wieder vorde Augen. Und dazu den Akt, wenne am bücken fängs.

Diesma waahnwe spät dran mitte Kastaniens. Entweder hattich den Kalender verlegt oder die Jahreszeit waah verrutscht. Datt Ende vom Lied waah, datt kaum noch Kastanien auffe Erde lagen.
Datt waah natürlich ein klarer Vorteil für mich vonwegen mitte Bückerei. Die Tage danach happich auch nich mehr so leidvoll wie früher erlebt.
Und trotzdem; genug Kastanienmännchen hammwe immer noch bauen können.
Ma kucken, oppich im nächsten Jahr den Kalender nich wieder ausse Beobachtung verlieren soll, denn mein Rücken hatt diesma kein Protest dazu geäußert.

Tach auch

 

Zum inne Luft gehen

Hömma, so manches Wochenende happich immer die Wahl zwischen inne Luft gehen oder auffe Wolke sieben am schweben.
Am letzten Wochenende happich mir mal eine Auszeit gegönnt. Zusammen mit mein Kumpel Tönne. „Tönne“, happich für ihm gesacht, „watt hälze davon, wenn wir beide mal auffe Kirmes gehen?“ Und dabei happich an unsere Jugend gedacht, so inne Riesenschaukel oder inne Raupe oder inne Geisterbahn. Wobei ich in mein Geheimnis auch die Losbude im Visier hatte. Vielleicht so ein Glückslos mit ein Hauptgewinn in Form von ein Riesenteddy oder ein echten Fußball als Krönung. Fürde Enkelkinders natürlich.
Ja, kuck. Und so sind wir dann losgestiefelt, voller Pläne und voller Ideen, alles so in Richtung Nostalgie inne Erinnerung.
Kaum waahnwe am Kirmesplatz, sah ich datt Riesenrad. „Tönne“, happich sofort gebrüllt, „ich gep ein aus! Freifahrt im Riesenrad!“

 

Watt sollich sagen, Tönne iss mit mir in eine Gondel eingesteigen und dann hammwe uns die Welt, also unsere Stadt, von oben angesehen. Es waah einfach herrlich; so im Hintergrund datt Wersestadion, dann datt Parkbad und ein Blick auf Hundhausen, wohse gerade am wühlen sind mitte Entsorgung.
Nachher waah ich richtig froh für diese Idee und die frische Luft inne Gondel.
Tach auch!

Leib und Seele gehören zusammen

Hömma, wennich im Stadion gehe, dann mussich auch stark verpflegt werden. Also mindestens eine Wurst inne Hand, mit Senf am besten. Datt iss mittlerweile Ritual, weil meine Seele ja bei ein Spiel immer stark inne Mitleidenschaft gezogen wird.
Am Samstag waah ich mit Tönne bei den Hospizlauf. Für am kucken, nich für am laufen. Und natürlich, weil ich ja watt für mein Leib tun wollte.
Boh ey, datt gantze Programm waah im Angebot. Und Tönne und ich hamm dann sonne Art Restaurant-Tester und -Versteher gemacht.
Wie beide Tradition von unsere Stadionbesuche hammwe erssma mitte Wurst angefangen, weil der Geruch ja so anziehend inne Nase gezogen iss. Hömma, mein Leib und meine Seele waahn in Einklang.

Bis ich dann ein Stand entdeckte, wo ich völlig aussem Häusken kaam. Da waah ein Stand mit Kuchen. Und Kaffee.
Plötzlich hatten Tönne und ich eine Bleibe gefunden. Leib und Seele waahn voll im Einklang mitte Zufriendeheit und wir konnten ausse Puhl-Posischen mit verfolgen wie die Läutkes inne letzte Runde liefen. Watt uns natürlich eine Hochachtung entlockte.
Schade, datt der Hospizlauf immer nur alle zwei Jahre stattfindet und Tönne und ich getz lange warten müssen, bis unser Leib mitte Seele wieder verbunden wird.
Tach auch

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